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23 Millionen Euro für Stadttunnel

03.12.2020 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Stadttunnel Feldkirch. <span class="copyright">NEUE</span>
Stadttunnel Feldkirch. NEUE

Landesregierung segnete weitere Vorbereitungsmaßnahmen ab.


Die Landesregierung hat in ihrer Sitzung am Dienstag gegen die Stimmen der Grünen 23 Millionen Euro für weitere Baumaßnahmen am Stadttunnel-Projekt in Feldkirch abgesegnet. Welche Schritte nun als nächstes gesetzt werden sollen, darüber informierten ges­tern der zuständige Landesrat Markus Tittler (VP) und Standort-Bürgermeister Wilfried Matt gestern im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz.

Nächste Vorbereitungsmaßnahmen

Demnach sollen in den nächs­ten zwei Jahren Lärmschutzwände in der Felsenau und in Tisis errichtet und zwei Erkundungsstollen in den Berg getrieben werden. Auch ein Informations- und Besucherzentrum ist geplant. Dort soll die Bevölkerung ab Sommer 2021 über das Projekt und die jeweiligen Bauabschnitte informiert werden. „Man muss den Leuten zeigen, was da auf sie zukommt. Und man muss wegkommen von irgendwelchen Begrifflichkeiten, sondern aufzeigen, wie das Projekt im Endausbau ausschauen wird“, sagte Tittler. Zudem strich der Landesrat, der auch für die Wirtschaftsagenden des Landes zuständig ist, auch die volkswirtschaftliche Bedeutung des Tunnelbau-Projekts heraus. „Projekte, Wertschöpfung schaffen und Arbeitsplätze sichern, sind derzeit wichtiger denn je.“

„Projekte, die Wertschöpfung schaffen und Arbeitsplätze sichern, sind derzeit wichtiger
denn je.“

Marco Tittler, Landesrat
So wird das Tunnelportal Felsenau einmal aussehen. <span class="copyright">Landesstrassenbauamt</span>
So wird das Tunnelportal Felsenau einmal aussehen. Landesstrassenbauamt

„Meilenstein“

Matt bezeichnet die jüngst beschlossene Freigabe von weiteren finanziellen Mitteln als „weiteren Meilenstein“ in der Umsetzung des Stadtunnel-Projekts. Einmal mehr hob er am Mittwoch die Entlastungswirkung des Tunnels hervor und verwies auf Berechnungen der Verkehrsplaner. Demnach werde der Individualverkehr an den neuralgischen Stellen etwa ein Viertel betragen, der Schwerverkehr soll um bis zu 60 Prozent verringert werden. Als Dreh- und Angelpunkt des Verkehrsproblems gilt bekanntlich die Bärenkreuzung, wo täglich 40.000 bis 50.000 Kraftfahrzeuge gezählt werden. Matt betonte, dass die Umfahrung seit Generationen angestrebt werde. Umso mehr freue es ihn, dass sich die Landesregierung klar dazu bekenne. Die Zahl der Tunnelgegner schätzt Matt als sehr gering ein. „Da steht es 9:1 für den Stadttunnel.“

Der Stadttunnel besteht aus vier Ästen, die durch einen unterirdischen Kreisverkehr verbunden sind.<span class="copyright"> Landesstrassenbauamt</span>
Der Stadttunnel besteht aus vier Ästen, die durch einen unterirdischen Kreisverkehr verbunden sind. Landesstrassenbauamt

Kosten haben sich erhöht

Wie berichtet muss der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) zwar noch inhaltlich über eine Beschwerde entscheiden – bis es soweit ist, darf das Landesstraßenbauamt jedoch mit dem Bau beginnen. Und da die einzelnen Abschnitte des Projekts, sprich die vier Tunnelarme, innerhalb der durch die UVP-Bewilligung definierten Fristen umzusetzen sind, muss es das auch. Ansonsten wäre allenfalls irgendwann ein neuerliches UVP-Verfahren notwendig. Befürchtungen, dass der VwGH den Bescheid doch noch kippen könnte, gibt es seitens des Projektbetreibers offenbar nicht. Die Gesamtbaukosten haben sich auf Grund des verzögerten Baubeginns erhöht. 2017 wurde mit Kosten in Höhe von 253 Millionen Euro gerechnet. Unter Berücksichtigung des aktuellen Zeitplans, der als Baubeginn für das Hauptbaulos das Jahr 2023 vorsieht, sowie der nunmehr bekannten zahlreichen kostenwirksamen UVP-Auflagen erhöhen sich die Gesamtprojektkosten damit auf 260 bis 275 Millionen Euro.

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