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2020: Ein Jahr ohne Weihnachtsfeiern

07.12.2020 • 06:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die traditionelle Alpla-Weihnachtsfeier in der Werkstattbühne wurde abgesagt, Jubilare sollen 2021 geehrt werden. <span class="copyright">Alpla</span>
Die traditionelle Alpla-Weihnachtsfeier in der Werkstattbühne wurde abgesagt, Jubilare sollen 2021 geehrt werden. Alpla

Unternehmen setzten teils auf Spenden oder Anerkennung für Mitarbeiter.

Seit Wochen steht fest: Heuer gibt keine Firmenweihnachtsfeiern. Die meisten wurden verschoben, andere setzen auf virtuelle Treffen, Boni oder spenden das Budget.
Die Weihnachtsfeier bei Alpla findet traditionell Mitte Dezember in der Werkstattbühne im Festspielhaus statt. Bei der Veranstaltung ehrt der Vorstand die Jubilare. Das Fest wurde schon früh abgesagt. Eine persönliche Übergabe von Urkunden und Geschenken wurde ins neue Jahr verschoben, informiert das Unternehmen.

Auch bei Doppelmayr hat die Weihnachtsfeier eine lange Tradition. Circa eine Woche vor Weihnachten, am letzten Tag vor dem Betriebsurlaub, wird eine der Produktionshallen geräumt und in eine Festhalle umfunktioniert. Bei dieser Jahresabschlussfeier kommen alle zusammen, um das Jahr Revue passieren lassen. Es gibt gutes Essen und Musik. Das gemütliche Beisammensein wurde heuer abgesagt. „Es wird die Zeit kommen, in der wir Feste wie diese wieder feiern können“, heißt es aus dem Unternehmen.

Gutscheine

Sehr bedauerlich findet auch Philipp Blum, Geschäftsführer des gleichnamigen Beschlägeherstellers, dass heuer keine üblichen Abteilungsessen oder Weihnachtsfeiern stattfinden können. „Bei uns gestalten die Abteilungen normalerweise die Festlichkeiten selbst. Das ­dies ausfällt, ist bedauernswert, da wir den persönlichen Austausch sehr schätzen. Aber aus der Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden müssen wir dies heuer so handhaben“, sagt Blum.
Im Liebherr-Werk Nenzing war heuer erstmalig eine gemeinsame Weihnachtsfeier mit Angestellten und Arbeitern der Fertigung geplant. Auch das kann leider nicht umgesetzt werden. Jubilare werden jedoch neben dem Jubiläumspräsent mit speziellen Genussgutscheinen entschädigt.

Rupp, Alma: Spende und Anerkennung

Bei Rupp beziehungsweise Alma wurde stets im Jänner gefeiert. „Da ist es ruhiger“, sagt Prokurist Christof Abbrederis. Legendär sei immer die traditionelle Nachspeise: Krapfen mit Lutzenreutner Schlagrahm. Das Fest in 2021 ist abgesagt. Als Partner des Projekts P.R.O.C.S. der Caritas wurde stattdessen der jährlichen Spendenbetrag erhöht. Solidarität sei im Umfeld, aber auch global notwendig. Darüber hinaus werde man allen Mitarbeitern, die in der Krise enormen Einsatz gezeigt hätten, eine Anerkennung zukommen lassen.

Meisterbäcker Ölz: Unterstützung für Kinder

Beim Meisterbäcker Ölz wird im Zwei-Jahre-Rhythmus gefeiert. Theoretisch wäre heuer ein Fest geplant gewesen. Stattdessen gab es Spenden an die Caritas, speziell Unterstützung der Lerncafés für Kinder, die durch die Corona-Lockdown-Situation besonders betroffen sind. Die Scheckübergabe ist schon erfolgt. Ölz nutzt die digitalen Möglichkeiten zum Austausch – in der Woche vor Weihnachten findet das erste virtuelle Christkindle-Treffen via Teams beim Meisterbäcker Ölz statt.

Rhomberg Bau-Geschäftsleiter Matthias Moosbrugger. <span class="copyright">Rhomberg Bau</span>
Rhomberg Bau-Geschäftsleiter Matthias Moosbrugger. Rhomberg Bau

Rhomberg Bau: Virtueller Weihnachtshock

Die Tradition der Rhomberg-Weihnachtsfeier war bislang ein Wechsel aus gemütlichem Weihnachtshock im einen Jahr, gefolgt von einer größeren Weihnachtsfeier (die vergangenen Male in der Bregenzer Werkstattbühne) im Jahr darauf. Heuer wäre wieder das „große Fest“ an der Reihe gewesen. Die Feier soll am 17. Dezember 2021 nachgeholt werden.
„Auf Abteilungsebene sind ersatzweise digitale Events geplant, etwa Teams- oder Skype-Weihnachtshocks. Die Entscheidung und Art der Ausgestaltung obliegen den Abteilungen und ihren Mitarbeitenden“, kündigt Geschäftsleiter Matthias Moosbrugger an.
Zudem werden – wie auch schon in der Vergangenheit – sämtliche Mitarbeitenden eine kleine Aufmerksamkeit von der Firma erhalten und außerdem noch die Mitarbeiterzeitung „WIR“ zu Hause unter ihrem Weihnachtsbaum vorfinden.
Die Holding-Geschäftsführer Hubert Rhomberg und Ernst Thurnher werden es sich ebenfalls nicht nehmen lassen, ein paar persönliche Worte an alle Mitarbeitenden zu richten, ihnen fröhliche Festtage zu wünschen und für das vergangene Jahr zu danken. Dieses Jahr eben digital.

Weihnachten bei Faigle. <span class="copyright">Faigle</span>
Weihnachten bei Faigle. Faigle

Faigle: „Mir heband zemma“

Die allseits beliebte Weihnachtsfeier stand bei Faigle in Hard immer hoch im Kurs. Alle Mitarbeiter und auch Pensionisten wurden eingeladen. „In einem feierlichen Rahmen wurden nach der Ansprache von Wolfgang Faigle die Jubilare und Lehrlinge mit erfolgreichem Lehrabschluss geehrt sowie Mitarbeiter in die Pension verabschiedet“, berichtet Friedrich Faigle aus dem Unternehmen. Zum Fest „in der Wirke“ wurde stets ein Weihnachtsmenü serviert. Ein weiteres Highlight war die Showeinlage von Mitarbeitern. Moderiert wurde der Abend von zwei Lehrlingen.
Heuer bedankt sich die Geschäftsleitung bei den Mitarbeitern in einer anderer Form. Mit einer Weihnachtskarte vom Vorarlberger Kinderdorf und einem Geschenkgutschein der Wirtschaftsregion Hofsteig soll der Dank für das Engagement und das Durchhaltevermögen zum Ausdruck gebracht werden. Unter dem Motto „mir heband zemma“ war es für Faigle wichtig, die Regionalität der Vorarlberger Unternehmen zu unterstützen und zu stärken.
Die Mitarbeiter hätten dies als schöne Geste empfunden und hoffen, dass im nächsten Jahr die Weihnachtsfeier wieder stattfinden kann.

Heuer treffen sich die vkw-Mitarbeite digital per Stream.<span class="copyright"> vkw</span>
Heuer treffen sich die vkw-Mitarbeite digital per Stream. vkw

Illwerke/vkw: Feier per Videostream

Jedes Jahr organisieren die Verantwortlichen der Illwerke vkw eine große Weihnachtsfeier für alle Mitarbeiter des Unternehmens. „Uns ist es wichtig, zum Abschluss eines außergewöhnlichen Jahres noch einmal Danke zu sagen und zumindest virtuell zusammenzukommen. Wir planen deshalb eine Weihnachtsfeier per Videostream“, berichtet Kommunikationsleiter Andreas Neuhauser. Man bemühe sich, dieses Format so unterhaltsam und kurzweilig wie möglich zu gestalten. Der Anmeldestand sei erfreulich, die Idee werde sehr gut angenommen.

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