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Investitionen in die Zukunft

15.12.2020 • 19:50 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Kleinkinderbetreuung im Kindergarten.                                                                                                         Hartinger
Kleinkinderbetreuung im Kindergarten. Hartinger

Land will 84 Millionen Euro in Ausbau der Elementarpädagogik investieren.

Das Jahr ist mehr als herausfordernd. Und es neigt sich langsam dem Ende zu. Die finanziell angespannte Situation des Landes und jedes Einzelnen wird auch 2021 ein stetiger Begleiter sein. Und laut Experten noch an Schärfe zunehmen. Um so wichtiger werden die Investitionen in die zukünftige Generation sein. „Deshalb gibt es auch vonseiten des Landesbudgets ein klares Bekenntnis zum Thema Kinderbetreuung und Elementarpädagogik. Wir werden trotz aller Schwierigkeiten im kommenden Jahr nicht sparen, sondern erhöhen den Beitrag um zehn Prozent“, so Landesstatthalterin und Bildungsreferentin Barbara Schöbi-Fink.

Landtagssitzung Vorarlberger Landtag, Barbara Schöbi-Fink                                                                     Lerch
Landtagssitzung Vorarlberger Landtag, Barbara Schöbi-Fink Lerch


Für das Jahr 2019 hat das Land für den gesamten elementarpädagogischen Bereich 73 Millionen Euro aufgewendet. 2020 waren es 77 Millionen und für das kommende Jahr sollen es laut Schöbi-Fink an die 84 Millionen sein. „Anhand dieser Zahlen sieht man, wie wichtig dem Land Vorarlberg dieser Themenbereich ist.“ Der Ausbau betreffe die Quantität und die Qualität. In Sachen Qualität geht es vor allem um die Ausbildung. Zudem soll die Betreuung auch für alle leistbar sein.

Zuwächse

Im zu Ende gehenden Jahr gab es über 16.000 zu betreuende Kinder: 10.100 in den Kindergärten, über 5000 in der Kinderbetreuung, an die 1000 Kinder in Spielgrupppen und 218 bei Tageseltern. „Das ist in absoluten Zahlen ein Mehr von etwa 300 Kindern gegenüber dem Jahr 2019.“
Auch haben 2020 vier neue Einrichtungen die Tore geöffnet. „Darunter ist ein Kindercampus in Sulz und neue Einrichtungen in Frastanz, Schruns und in Hörbranz. Im kommenden Jahr sind zehn neue Einrichtungen in diversen Gemeinden geplant.“ Das ist auch eine enorme Aufgabe für die Gemeinden. Nicht zuletzt finanziell.

Corona-Ampel – Farbenlehre

Die Corona-Ampel an pädagogischen Einrichtungen legt das Infektionsrisiko fest. Anhand der Farben „Grün – Gelb – Orange – Rot“ soll auf einem Blick zu erkennen sein, welche Vorkehrungen zu treffen sind. Einmal wöchentlich berät die Corona-Kommission des Gesundheitsministeriums über die aktuell geltenden Ampelphasen.

Die Krise als Brennglas

Der Satz „Die Krise ist wie ein Brennglas und zeigt, was funktioniert und was nicht funktioniert“ stimmt laut der Landesstatthalterin nach wie vor. Im zweiten Lockdown war zu Beginn ein Drittel aller Kinder in den Einrichtungen. Diese Zahl hat sich sukzessive gesteigert. Am Ende der dritten Woche waren es dann bereits 42 Prozent. „Das zeigt, wie wichtig diese Betreuung für die Stabilität der Gesellschaft ist.“ Dabei wurde auf die Größe der Gruppen und auf die gesundheitlichen Aspekte großer Wert gelegt. Auch in den Sommerferien war das Betreuungsangebot breit, da viele Eltern keinen Urlaub mehr hatten. „Das Land hat hier die Übernahme der Personalkosten von 60 auf 80 Prozent erhöht. Zudem mussten die Eltern für diese Zeit nur die Hälfte der Betreuungskosten zahlen.“ Das bedeutete rund zwei Millionen Mehrkosten für das Land.

„Wir werden trotz aller Schwierigkeiten im kommenden Jahr nicht sparen, sondern erhöhen den Beitrag um zehn Prozent.“

Barbara Schöbi-Fink, Landesstatthalterin

Corona

Von den insgesamt 16.500 Kinder wurden 35 Kinder positiv getestet. Und von den rund 3500 Mitarbeitern waren es 198, die positiv getestet wurden. Wie es hinsichtlich möglicher Pflichttests im pädagogischen Bereich aussieht, bleibt derzeit offen.

Neues Gesetz

Die Ausbildung wird auch im kommenden Jahr eine zentrale Rolle spielen. „Denn die Pädagoginnen und Pädagogen sind der Schlüssel für die qualitative Betreuung und Bildung.“ Der Fokus liegt dabei auf der berufsbegleitenden Ausbildung, dem Kolleg Dual und dem Abendkolleg. Eine intensive Bewerbung ist in Vorbereitung, um die unterschiedlichen ­Ausbildungsmöglichkeiten und die Vielfalt des Berufs aufzuzeigen.
Darüber hinaus erwähnt Schöbi-Fink das neue Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz, das künftig alle Formen der außerhäuslichen Betreuung in einem Guss regeln soll. Dabei gehe es um Zusammenführung, aber nicht Vereinheitlichung. An der Ausarbeitung eines ersten Entwurfes werde derzeit intensiv gearbeitet.

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