Lokal

Letzte Verhandlung im BH-Mordfall

12.01.2021 • 19:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Soner Ö. wurde am 22. Jänner 2020 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Soner Ö. wurde am 22. Jänner 2020 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Hartinger

Bleibt es bei lebenslanger Haft? Entscheidung am 17. Februar.

Im Strafverfahren um die Tötung eines Beamten in der Dornbirner Bezirkshauptmannschaft fällt nächsten Monat die letzte Klappe. Am 17. Februar wird am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) über die Strafberufung des Angeklagten entschieden werden. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Ein aus drei Richtern bestehender Berufungssenat wird darüber befinden, ob es bei der erstinstanzlichen lebenslänglichen Haftstrafe bleibt – oder ob das Strafmaß verringert wird. Mit dem OLG-Urteil wird das Gerichtsverfahren rechtskräftig beendet.
In erster Instanz wurde der 35-jährige Angeklagte am 22. Jänner 2020 am Landesgericht Feldkirch in einem Geschworenenprozess unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Nichtigkeitsbeschwerde zurückgewiesen

Am 7. Dezember 2020 hat der Oberste Gerichtshof (OGH) die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurückgewiesen. Damit wurde der wegen Mordes ergangene Schuldspruch rechtskräftig. Demnach hat der in Vorarlberg aufgewachsene Türke am 6. Februar 2019 in der BH Dornbirn den 49-jährigen Leiter der Sozialabteilung in dessen Büro mit einem Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge in Tötungsabsicht erstochen.
Der Asylwerber war wütend, weil ihm das Warten auf finanzielle Unterstützung zu lange gedauert hatte. Zudem war der Beamte vor Jahren für die Abschiebung des mit 13 Vorstrafen belasteten Türken in die Türkei mitverantwortlich gewesen.
Der Angeklagte behauptete vor Gericht vergeblich, er habe den leitenden BH-Mitarbeiter nicht töten, sondern nur verletzen wollen.

Frühestens nach 15 Jahren auf Bewährung frei

Sollte die lebenslange Freiheitsstrafe in der Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht bestätigt werden, würde das bedeuten, dass der 35-Jährige nach frühestens 15 Jahren im Gefängnis damit rechnen darf, auf Bewährung unter Auflagen wieder in die Freiheit entlassen zu werden.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.