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Reaktionen zum harten Lockdown

19.01.2021 • 10:40 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Leeres Klassenzimmer im Lockdown.                                                                                                                  APA/Punz
Leeres Klassenzimmer im Lockdown. APA/Punz

Harter Lockdown wird zur Geduldsprobe.

Neos: Bund hat versagt

Neos-Klubobfrau Sabine Scheffknecht                                                                                                        Hartinger(6)
Neos-Klubobfrau Sabine Scheffknecht Hartinger(6)

Die Virusmutation sorge für große Unsicherheit. „Umso wichtiger wäre es, endlich Daten, Zahlen und Fakten auf den Tisch zu legen“, erklärt Neos-Klubobfrau Sabine Scheffknecht. Vonseiten der Neos dränge man seit Monaten auf Planbarkeit. Das gelte für Schulen wie auch für Wirtschaft und Tourismus. „Die Bundesregierung ist ohne Plan in den Herbst geschlittert und hantelt von Lockdown zu Lockdown.In Vorarlberg funktioniert der politische Austausch, aber auch die Umsetzung beim Impfen und Testen besser“, so Scheffknecht.

SPÖ: Ferien verschieben

SPÖ-Klub­obmann Thomas Hopfner
SPÖ-Klub­obmann Thomas Hopfner

Für viele sei die Verlängerung hart und schwierig. „Wir müssen jetzt konsequente Folgeentscheidungen treffen. Für uns ist da eines der wesentlichen Kerngebiete die Bildung“, erklärt SPÖ-Klub­obmann Thomas Hopfner. Konkret müsse man die Semester-Ferien verschieben, damit man nicht noch eine Woche Präsenzunterricht verliert. „Es würde Sinn machen, die Ferien vorzulegen.“ Zudem sei es wichtig, dass für Umstiegsklassen eine klare Noten-Regelung kommt. „Wir fordern hier, dass das Jahreszeugnis zählt.“ Planungssicherheit für alle Bereiche und Branchen müsse das obers­te Ziel sein.

ÖVP: Lockdown ist alternativlos

ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück
ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück

Wenn man die Inzidenz senken wolle, dann ist diese Entscheidung alternativlos. „Das muss das Ziel sein und bleiben. Und dann, ab März, sollten wir versuchen, dass man wieder so leben kann, dass man nicht bei jeder Gelegenheit aufpassen muss. Deshalb teile ich die Meinung der Bundesregierung“, betont ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück. Parallel zur Impfung müsse man nun diese Verlängerung in Kauf nehmen. „Wichtig ist, dass jetzt alle diszipliniert sind. Und das auch noch die kommenden Wochen bleiben. Dann bin ich optimistisch“, ergänzt Frühstück.

Grüne: Schwierig, aber …

Daniel Zadra, Klub­obmann der Grünen.
Daniel Zadra, Klub­obmann der Grünen.

Das ist eine einschneidende Entscheidung. Aber unausweichlich“, so Daniel Zadra, Klub­obmann der Grünen. Jeder, der verantwortungsbewusst an die Sache gehe, weiß, dass es nur so geht derzeit. „Planbarkeit, das wünschen sich derzeit alle, auch die Politik. Aber das Virus und die Pandemie sind derzeit nicht planbar“, ergänzt Zadra. Dass das Skifahren erlaubt bleibt, ist einerseits gut. „Bewegung im Freien ist gerade für Kinder derzeit sehr wichtig. Auch für die Psyche. Aber die Signalwirkung ist nicht optimal.“

WKV: „Dürfen uns nicht aufgeben“

Hans Peter Metzler WKV Präsident Wirtschaftskammer Vorarlberg.                                                       Sams
Hans Peter Metzler WKV Präsident Wirtschaftskammer Vorarlberg. Sams

Für Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg, schlägt jetzt die Stunde der Wahrheit und Klarheit. „Trotz der neuerlich sehr harten Nachrichten für die Wirtschaft konnte ein noch längerer Total-Lockdown bis im März verhindert werden“, betont Metzler.
Die Regierung sehe allerdings aufgrund der Infektionszahlen und der Angst vor gefährlicheren Corona-Mutationen keine Alternative. Dem Faktischen müsse man sich beugen, zumal jetzt hoffentlich endlich Klarheit über erste Öffnungsschritte herrsche. Vor allem die Planbarkeit ist laut Metzler wesentlich: „Wichtig ist zum einen, dass die jetzt gesetzten Öffnungsperspektiven dann auch wirklich halten, damit sich unsere Betriebe in dieser Vorlaufzeit nun darauf vorbereiten können. Zum anderen sind zusätzliche Hilfen für die Betriebe unbedingt notwendig. Trotz der gesundheitlichen Lage darf auf die Wirtschaft und alles, was damit verknüpft ist, nicht vergessen werden.“
Der Tourismusbranche etwa könne jetzt nur mit einem umfassenden Rettungspaket geholfen werden, die Saison müsse man abhaken.
Die Stimmung sei aktuell sehr schlecht, und das Verständnis schwinde weiter, dennoch: „Wir dürfen uns jetzt nicht aufgeben, wir müssen da gemeinsam durch“, ergänzt Metzler.

IV: Verständnis am Tiefpunkt angelangt

Martin Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Vorarlberg
Martin Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Vorarlberg

Das Verständnis für die neuerliche Verlängerung des Lockdowns ist gesellschaftlich an einem Tiefpunkt angekommen. Zumindest ist die Perspektive zur Normalität im Sommer aufgezeigt, und bis dahin werden wir in den Betrieben mit einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung alles tun, um die wirtschaftlichen und sozialen Schäden möglichst gering zu halten“, so Martin Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Vorarlberg, zu den neuen Maßnahmen.
Bis dahin gilt es laut Ohneberg, in einem gemeinsamen Kraftakt unter Zuhilfenahme sämtlicher Möglichkeiten und mit einer funktionierenden Infrastruktur die nächsten Monate zu meistern. Dazu zählt Ohneberg insbesondere die Antigen-Testungen in den öffentlichen Einrichtungen und in den Betrieben: „Neben allen bisherig akzeptierten Möglichkeiten müssen auch neu entwickelte Instrumente wie Selbsttests und Antikörpertests akzeptierter werden und in die öffentliche Test- und Impfstrategie eingebaut werden. Daher gilt: maximales Tempo bei der Umsetzung der Impfstrategie. Und mit Corona und den präsentierten Maßnahmen umgehen, bis der Impfstoff in der Breite wirkt.“

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