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“Jugend darf nicht zum Verlierer werden”

20.01.2021 • 08:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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dsfdfdf. Hartinger

Wallner, Tittler und Bereuter über Krisenbewältigung am Arbeitsmarkt.

Im gestrigen Pressefoyer informierten Landeshauptmann Markus Wallner, Landesrat Marco Tittler und Bernhard Bereuter, Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice (AMS) Vorarlberg, über beschäftigungspolitische Maßnahmen zur Krisenbewältigung im Bereich des Arbeitsmarkts.

59 Millionen Euro für Arbeitsmarkt-Stabilisierung

Sowohl die Ausarbeitung neuer Modelle wie dem „Vorarlberg-Bonus“ (siehe Info-Box) als auch das Anknüpfen an bereits bestehenden Programmen stehen 2021 auf dem Plan.

Vorarlberg-Bonus

Beim Vorarlberg-Bonus handelt es sich um ein Unterstützungs-Modell des Landes Vorarlberg und des Arbeitsmarktservices (AMS). Der Fokus liegt hierbei auf der betrieblichen Ausbildung von Jugendlichen mit besonderen Anforderungen, etwa aufgrund schulischer Defizite, eines problematischen sozialen Umfelds oder fehlender Berufswahlreife. Ziel ist es, den Betroffenen ihren Weg in das Arbeitsleben zu erleichtern.

Das Modell lässt sich in zwei Stufen unterteilen: Zum einen handelt es sich um einen Bonus für Firmen, die Lehrlinge, insbesondere „benachteiligte“ Jugendliche, die zuvor noch keine Zusage für eine Lehrstelle bekommen hatten, zur Ausbildung in den Betrieb aufnehmen. Die Förderung in diesem Fall beträgt 5000 Euro. Zum anderen wird Firmen, die Jugendliche aus einer überbetrieblichen Ausbildungseinrichtung übernehmen, ein einmaliger Zuschuss in Höhe von 2500 Euro zugesprochen.

Gerade unter den derzeitig schwierigen Beschäftigungsperspektiven ist eine Hilfestellung von Seiten des Landes maßgeblich, diesbezüglich sind sich der Landeshauptmann, Wirtschaftsreferent Tittler und der AMS-Landesgeschäftsführer einig: „Wir wollen und werden die Menschen bestmöglich unterstützen.“

Dafür greifen das Land und das Arbeitmarktservice Vorarlberg auch etwas tiefer in die Tasche und stocken das Budget zur Stabilisierung des Arbeitsmarkts heuer um 11,2 Millionen Euro auf. Insgesamt werden damit 59 Millionen Euro in arbeitsmarktpolitische Impulse investiert. Knapp 3000 Vorarlberger sollen von den gemeinsam finanzierten Projekten und Maßnahmen profitieren.

Schwerpunkt Jugend

Als einen wichtigen Schwerpunkt benennt Landesrat Tittler die Förderung junger Menschen unter 25 Jahren: „Das Potenzial junger Menschen optimal zu nutzen und ihnen eine zukunftsorientierte Ausbildung und damit eine positive berufliche Perspektive zu bieten, das ist und bleibt eines der obersten arbeitsmarktpolitischen Ziele.“ Auch der Landeshauptmann unterstreicht: „Die Jugend darf nicht zum Verlierer werden!“

Als einen wichtigen Schwerpunkt benennt Landesrat Tittler die Förderung junger Menschen unter 25 Jahren. <span class="copyright">Hartinger</span>
Als einen wichtigen Schwerpunkt benennt Landesrat Tittler die Förderung junger Menschen unter 25 Jahren. Hartinger

So ist es sowohl Land als auch AMS ein großes Anliegen, weiter an der Beschäftigungs- und Ausbildungsgarantie festzuhalten. Diese sichert jungen Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren, die bereits seit mindestens drei Monaten ohne berufliche Anstellung sind innerhalb der folgenden drei Monate ein Job- oder Ausbildungsangebot zu.

Weiters soll das Budget der Lehrstellenförderung heuer vom AMS um eine Million Euro aufgestockt werden. Die Förderung dient der Unterstützung von Jugendlichen, die Schwierigkeiten haben eine passende Lehrstelle zu finden, bei der Jobsuche.

Langzeitarbeitslosigkeit

Doch auch die Förderung von langzeitbeschäftigungslosen und schwer vermittelbaren Personen steht im Fokus der neuen Maßnahmen.
Wie Wallner erklärte, sollen „spezielle Beschäftigungsprogramme der Langzeitarbeitslosigkeit entgegenwirken“. Durch Transitarbeitsplätze sollen die Betroffenen langsam wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Eine Aufstockung des Budgets um eine Million Euro wurde außerdem für die Eingliederungsbeihilfe angesetzt. Diese ermöglicht es Unternehmen, die Arbeitssuchenden über einen bestimmten Zeitraum hinweg kennenlernen zu können, ohne die gesamten Personalkosten aus eigener Kasse bezahlen zu müssen.

Ein System, das vor allem Wiedereinsteigern, Personen über 50 Jahren sowie Menschen, die über ein Jahr lang arbeitslos waren, zugute kommen soll.
Geringqualifizierung.

Ausbildung von Geringqualifizierten

Das dritte Hauptaugenmerk des Unterstützungsprogramms liegt auf der Ausbildung von Geringqualifizierten. Eine solide, fachorientierte Ausbildung komme nämlich nicht nur dem Betroffenen zugute, sondern auch den Unternehmen bei ihrer Suche nach Fachkräften.

Bereuter zufolge dürfte das System auch einen Beitrag zur Lösung des Problems Fachkräftemangel beitragen.<span class="copyright">Stiplovsek</span>
Bereuter zufolge dürfte das System auch einen Beitrag zur Lösung des Problems Fachkräftemangel beitragen.Stiplovsek


Zu diesem Zweck biete das AMS mehrere duale Ausbildungsmodelle an, die speziell an die Anforderungen der Unternehmen angepasst worden seien.
„Wir bauen jene arbeitsmarktpolitischen Instrumente aus, die zu einer Fachkräfteausbildung (Lehrabschluss oder höhere formale Ausbildungsabschlüsse) führen oder eine betriebsnahe Qualifizierung ermöglichen“, erklärt Bereuter das System, welches seiner Meinung nach auch einen Beitrag zur Lösung des Problems Fachkräftemangel beitragen dürfte.

Flüchtlinge in Arbeitsmarkt integrieren

Doch Unterstützung solle nicht nur gebürtigen Vorarlbergern geboten werden. Auch Flüchtlinge, denen der Asylstatus zugesprochen wurde, sollen aktiv in den Vorarlberger Arbeitsmarkt integriert werden.

Ziel ist es, die Betroffenen auf ein entsprechendes Bildungsniveau zu bringen, welches ihnen in weiterer Folge das Absolvieren einer Lehre oder den Besuch einer weiterführenden höheren Schule ermöglichen soll.