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Richter: Jäger ist doch kein Wilderer

26.01.2021 • 19:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Jänger wurde am Landesgericht im Zweifel freigesprochen. <span class="copyright">Symbolbild/APA/Barbara Gindl</span>
Der Jänger wurde am Landesgericht im Zweifel freigesprochen. Symbolbild/APA/Barbara Gindl

Freispruch von Wilderei. Anderer Tierprozess wurde vertagt.

Nach Ansicht von Richter Georg Furtschegger waren die Angaben des wegen Wilderei angeklagten Jägers nicht zu widerlegen. Deshalb wurde der unbescholtene 34-Jährige am Dienstag am Landesgericht Feldkirch vom Vorwurf des schweren Eingriffs in fremdes Jagdrecht im Zweifel freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Der Jäger sagte, er habe am 16. Mai 2020 in Lech in einem fremden Revier mit seinem Gewehr ein Stück Rotwild erschießen müssen. Denn das Tier sei während seiner nächtlichen Autofahrt auf die Straße gelaufen. Bei der Kollision habe es sich offenbar schwer verletzt. Um es zu erlösen, habe er drei Schüsse abgegeben.
Danach habe er das tote Wildtier nach Hause mitgenommen und in seiner Kühlkammer aufbewahrt, gab der Angeklagte zu Protokoll. Er habe es nicht behalten wollen. Am nächsten Morgen habe er den Vorfall dem zuständigen Jagdaufseher melden wollen. Der Strafrichter ging im Zweifel nicht davon aus, dass der Jäger gewildert hatte.
Am Dienstag leitete Richter Furtschegger am Landesgericht noch einen anderen Tierprozess.

Tierquälerei

Dabei wird einem Unterländer Hundetrainer Tierquälerei vorgeworfen. Demnach soll der unbescholtene 51-Jährige am 22. November 2020 in einem Waldstück einem seiner Hunde vier Faustschläge verpasst haben. Die Verhandlung wurde zur Einholung eines Hundegutachtens vertagt.
Der Angeklagte bestreitet den Tatvorwurf. Er sagte vor Gericht, er habe mit seinem Australian Cattle Dog nur gespielt und ihn nicht geschlagen. Im Spiel habe er Ausholbewegungen gemacht, die irrtümlicherweise als Schläge interpretiert werden könnten. Sein Hund habe zwar ge­jault, aber nur vor Freude. Bei Australian Cattle Dogs würde sich das Jaulen vor Freude und aus Schmerz ähneln. Auch dazu soll ein Hundesachverständiger Stellung nehmen.
Richter Furtschegger dankte den beiden Zeugen, die Anzeige erstattet hatten, für ihre Zivilcourage.

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