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Drogenhaus in Nüziders: Haft

03.02.2021 • 19:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Verhandlung am Landesgericht Feldkirch endete mit zwei Schuldsprüchen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Verhandlung am Landesgericht Feldkirch endete mit zwei Schuldsprüchen. Hartinger

Haft für zwei Frauen – bei Erzeugung von 32 Kilo Gras mitgewirkt.

Zwei weitere Mitglieder einer Drogenbande wurden am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch schuldig gesprochen. Für ihre Mitwirkung an der Erzeugung von 32 Kilogramm Marihuana im Wert von 320.000 Euro im Keller eines eigens dafür angemieteten Hauses in Nüziders wurden die beiden unbescholtenen Frauen jeweils zu einer Haftstrafe von 21 Monaten verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil je sieben Monate. Das milde Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Andreas Böhler ist nicht rechtskräftig.

Prozess gegen Bosse folgt

Die zwei mutmaßlichen Bandenbosse müssen sich am 19. Februar in einem Schöffenprozess am Landesgericht verantworten. In der Anklageschrift wird den Untersuchungshäftlingen vorgeworfen, sie hätten mit Indoor-Plantagen von 700 bis 1000 Stecklingen in Kellern von eigens dafür angemieteten Häusern 152 Kilogramm Marihuana im Wert von 1,5 Millionen Euro produziert. Davon sollen die gebürtigen Feldkircher 147 Kilo verkauft haben. Der Strafrahmen beträgt 1 bis 15 Jahre Gefängnis. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.
Die Beschuldigten haben sich bislang zu den Anklagevorwürfen nicht geäußert. Belastet werden sie von Mitgliedern der Bande. Zu ihnen zählen auch die zwei am Mittwoch verurteilten Frauen im Alter von 28 und 29 Jahren. Eine von ihnen ist die Ex-Freundin des 34-jährigen Hauptangeklagten.

Im großen Stil angebaut

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft haben die beiden Hauptangeklagten im großen Stil und in professioneller Manier Marihuana erzeugt und an unbekannte Abnehmer verkauft. Dafür wurden, so die Anklage, in Dornbirn, Lustenau und Nüziders Häuser gemietet. In den Häuserkellern wurden demnach große Cannabisplantagen errichtet. Die Mieter durften nach Darstellung der Strafverfolgungsbehörde gratis wohnen und mussten sich als Gegenleistung um die Drogenplantagen kümmern und unerwünschte Besuche verhindern. Zudem verdienten die Hausmieter nach eigenen Angaben fürs Mithelfen bei den Drogenernten jeweils 2000 Euro.

Bereits verurteilt

Die 29-jährige Mieterin des Dornbirner Drogenhauses wurde am Landesgericht im Jänner für ihr Mitwirken am Anbau von 45 Kilogramm Marihuana im Wert von 450.000 Euro rechtskräftig nur zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Davon beläuft sich der unbedingte, zu verbüßende Teil auf ein Jahr Gefängnis.