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Corona-Kranke hat Polizisten gefährdet

05.02.2021 • 20:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die mit dem Covid-19-Virus infizierte Frau riss sich die Schutzmaske vom Gesicht und schrie die Polizisten an. <span class="copyright">Symbolbild/Klaus Hartinger</span>
Die mit dem Covid-19-Virus infizierte Frau riss sich die Schutzmaske vom Gesicht und schrie die Polizisten an. Symbolbild/Klaus Hartinger

31-Jährige riss ihre Schutzmaske ­herunter und schrie Beamte an.

Ihr Fehlverhalten als Corona-Kranke hat einer Mutter von zwei Kindern nun eine strafrechtliche Verurteilung eingetragen.
Die mit dem Coronavirus Infizierte hat nach den gerichtlichen Feststellungen am 24. Juli 2020 in ihrem Lustenauer Wohnblock ihre Corona-Mund-Nasen-Schutzmaske heruntergerissen und unmittelbar vor ihr stehende Polizisten angeschrien.
Dadurch hat die 31-Jährige nach Ansicht von Richter Georg Furtschegger eine mögliche Corona-Ansteckung der Beamten in Kauf genommen.

Vergehen der vorsätzlichen Gefährdung

Deshalb wurde die Angeklagte gestern am Landesgericht Feldkirch wegen des Vergehens der vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten schuldig gesprochen.
Dafür wurde die in der Schweiz arbeitende Unbescholtene mit dem Nettoeinkommen von 2300 Euro zu einer teilbedingten Geldstrafe von 5400 Euro (360 Tagessätze zu je 15 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 2700 Euro. Die anderen 2700 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht sechs Monaten Haft.

Quarantäne missachtet

Nachbarn hatten angezeigt, dass die Corona-Kranke trotz der behördlich angeordneten häuslichen Quarantäne außer Haus Einkäufe getätigt habe. Daraufhin suchten vier Polizisten die 31-Jährige auf.
Die Beamten sagten als Zeugen vor Gericht, die Angeklagte sei aggressiv gewesen. Die junge Frau habe ihre Corona-Maske auf den Boden geschmissen und sie angeschrien.
Zudem habe sie versucht, vor ihnen ihre Wohnungstür zuzuschlagen, gaben die Polizisten an. Das wertete die Staatsanwaltschaft als versuchten Widerstand gegen die Staatsgewalt.
Davon wurde die Angeklagte aber im Zweifel freigesprochen. Weil für den Strafrichter nicht erwiesen war, dass Polizisten sich dabei im unmittelbaren Türbereich befunden haben.

Diversion abgelehnt

Richter Furtschegger bot der Angeklagten eine Diversion an. Die die Tatvorwürfe bestreitende 31-Jährige nahm das Angebot aber nicht an. Mit einer Diversion in Form einer Geldbuße wäre ihr eine Verurteilung erspart geblieben.
Die Angeklagte hatte vor Gericht ihr Gesicht zunächst nur mit einer Corona-Mund-Nasen-Schutzmaske bedeckt gehabt. Daraufhin wurde die Verhandlung unterbrochen. Die 31-Jährige besorgte sich beim Gerichts­portier eine vorgeschriebene FFP2-Maske.

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