Lokal

Zechkumpan bestohlen und schwer verletzt

05.02.2021 • 20:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte musste sich wegen räuberischen Diebstahls vor Gericht verantworten. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Der Angeklagte musste sich wegen räuberischen Diebstahls vor Gericht verantworten. Symbolbild/Hartinger

Angeklagter nahm Betrunkenem 2850 Euro weg und stieß ihn über Stiege.

Seinen damaligen Zechkumpanen hat der Angeklagte nach Ansicht der Richter bestohlen und schwer verletzt.Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der alkoholisierte 39-Jährige im Juni 2020 in einem türkischen Lokal in Dornbirn auf der Kellerstiege zum WC einem ebenfalls betrunkenen 60-Jährigen 2850 Euro aus der Hosentasche genommen. Danach hat der Türke das Opfer über die Stiege gestoßen. Dabei wurde der 60-Jährige mit Rippenfrakturen schwer verletzt.

Räuberischer Diebstahl

Den Vorfall wertete der Schöffensenat am Landesgericht Feldkirch im Sinne der von Staatsanwalt Simon Mathis vorgetragenen Anklage als räuberischen Diebstahl. Dafür wurde der mit zwei Vorstrafen belastete Arbeitslose zu einer Geldstrafe von 1920 Euro (480 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt.
Hinzu kommen 360 Euro aus dem offenen Teil einer Vorstrafe. Als Schadenersatz zahlte der Angeklagte dem 60-Jährigen 3000 Euro. Das milde Urteil ist rechtskräftig.
Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Der Schöffensenat war allerdings der Ansicht, dass eine Geldstrafe als Sanktion ausreicht. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet acht Monaten Haft. Von räuberischem Diebstahl sprechen Juristen dann, wenn der Täter etwas stiehlt und danach Gewalt anwendet, um das Diebesgut behalten zu können.

Hintergrund

Der Angeklagte und der 60-Jährigen hatten sich in dem Lokal kennengelernt und miteinander Alkohol getrunken und gegessen. Er habe dabei dem Angeklagten Getränke und Zigaretten spendiert, sagte das Opfer. Das viele Geld, das er lose in seiner Hosentasche getragen habe, sei sein Arbeitslohn gewesen.
Der Angeklagte bestritt den Tatvorwurf. Er sagte bei seiner Befragung, er habe dem 60-Jährigen kein Geld gestohlen und ihn nicht über die Kellerstiege gestoßen. Nach der Urteilsverkündung aber verzichtete er auf Rechtsmittel und entschuldigte sich für sein Fehlverhalten.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.