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Häusliche Gewalt: Fünf Monate Haft

11.02.2021 • 20:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte wurde wegen fortgesetzter Gewaltausübung am Landesgericht Feldkirch schuldig gesprochen. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Der Angeklagte wurde wegen fortgesetzter Gewaltausübung am Landesgericht Feldkirch schuldig gesprochen. Symbolbild/Hartinger

Vorbestrafter soll Lebensgefährtin misshandelt und bedroht haben.

Wegen häuslicher Gewalt wurde der mit zwei Vorstrafen belastete Angeklagte am Donnerstagabend am Landesgericht Feldkirch zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt.
Das Urteil von Richter Thomas Wallnöfer, das der von Astrid Nagel verteidigte Untersuchungshäftling und Staatsanwalt Manfred Melchhammer akzeptierten, ist bereits rechtskräftig.

Lebensgefährtin misshandelt

Der Schuldspruch erfolgte wegen des Vergehens der fortgesetzten Gewaltausübung. Dafür beträgt der Strafrahmen bis zu drei Jahre Haft. Als Teilschmerzengeld hat der Täter dem Opfer 750 Euro zu bezahlen. Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der 24-Jährige seine damalige Lebensgefährtin mehrfach misshandelt und mehrmals bedroht.
Demnach hat der Türke die 27-Jährige geschlagen, getreten, gewürgt, geschüttelt und gestoßen. Einmal hat er sie laut Urteil gegen einen Kasten gestoßen; dabei wurde sie leicht verletzt.
Des Weiteren hat der junge Mann aus dem Bezirk Bregenz nach Ansicht des Richters der Mutter seines Kindes mehrmals damit gedroht, sie und deren Familie umzubringen.

Während Schwangerschaft misshandelt

Der Strafrichter hielt die belastenden Angaben der 27-jährigen Zeugin für glaubwürdig. Sie sagte vor Gericht, er habe sie auch während ihrer Schwangerschaft misshandelt.
Die Hauptverhandlung wurde für fünf Minuten unterbrochen, als die junge Türkin heftig weinte. Opferanwältin Sandra Wehinger merkte an, sogar die Familie des Angeklagten habe Angst um die Zeugin.

Die Mutter eines kleinen Kindes sagte, sie habe aus Angst vor ihrem Ex-Lebensgefährten ihre Wohnung verlassen und vorübergehend in der Frauennotwohnung gelebt.
Die Beziehung habe von September 2018 bis April 2020 gedauert. Sie habe ihn nicht früher verlassen, weil sie gehofft habe, dass er sich ändere.

Richter hielt Angeklagten für schuldig

Der Angeklagte bekannte sich nur zu den Sprachnachrichten schuldig, mit denen er am 18. Dezember 2020 Morddrohungen gegen sie und ihre Familie ausgestoßen hatte. An jenem Tag wurde der 24-Jährige verhaftet.
Alle anderen Vorwürfe seien falsch, sagte der Untersuchungshäftling. Verteidigerin Nagel meinte, gerechtfertigt sei nur eine Verurteilung wegen gefährlicher Drohung für die besagten Sprachnachrichten vom 18. Dezember 2020.
Richter Wallnöfer hingegen hielt das Delikt der fortgesetzten Gewaltausübung für erfüllt. Denn im Tatzeitraum von 27 Monaten habe es zwischen September 2018 und Dezember 2020 diesbezüglich mehr als zehn Einzeltaten gegeben.

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