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Masken nähen für den guten Zweck

13.02.2021 • 06:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Paulina, Sofia und Laura mit ihren selbst genähten Masken. <span class="copyright">Stiplovsek Dietmar</span>
Paulina, Sofia und Laura mit ihren selbst genähten Masken. Stiplovsek Dietmar

Mit selbst genähten Masken sammelten drei Schülerinnen Geld.

Am Zahn der Zeit, das waren Sofia Brunner, Laura Weber und Paulina Widerin mit der Wahl des Themas „Seuchen“ für ihre gemeinsame Diplomarbeit definitiv.
Immerhin bekommen die Mädchen als Schülerinnern an der HLW Rankweil die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und den diesbezüglichen Regierungsmaßnahmen besonders zu spüren. Doch für die drei stand schnell fest, dass ihre Arbeit, gerade auch aufgrund der Aktualität des Themas, nicht nur mit einen einfachen theoretischen Text getan sein sollte. Die 18-Jährigen beschlossen, mit gutem Beispiel voranzugehen und anderen zu helfen. Und was wäre in Zeiten wie diesen sinnvoller als das Herstellen von Masken?

Bei den Masken handelt es sich um schöne Einzelstücke. <span class="copyright">Stiplovsek Dietmar</span>
Bei den Masken handelt es sich um schöne Einzelstücke. Stiplovsek Dietmar

150 selbst genähte Masken

„Auf dem Heimweg überlegten wir uns, was Menschen denn in Zeiten wie diesen besonders gut gebrauchen könnten. Die Antwort war schnell klar: Masken natürlich!“, erzählen die Schülerinnen.
Und so setzten die Mädchen ihre Idee auch gleich in die Tat um. In nur wenigen Wochen fertigten sie gemeinsam ganze 150 Stück an. Gar kein so leichtes Unterfangen, wie die drei feststellen mussten. „Wir haben den Arbeitsaufwand total unterschätzt. Anfangs gingen wir davon aus, dass wir alle Masken an nur zwei Nachmittagen in den Herbstferien fertig bekommen könnten. Mit dieser Einschätzung lagen wir etwas daneben“, erzählen die 18-Jährigen lachend.
Tatsächlich beliefen sich die Arbeiten auf über 60 Stunden. Gerade auch neben der Schule blieb oft nur wenig Zeit, sodass oftmals die Wochenenden fleißig genutzt wurden. Und als die vielen Stoffstücke überhand zu nehmen schienen, erhielten die Mädchen glücklicherweise auch Unterstützung von ihren Familien. So kam es, dass auch mal engagierte Mamas, Omas und auch ein Papa hinter der Nähmaschine saßen.

Die drei Schülerinnen bei der Übergabe des Spenden-Schecks an die Caritas.<span class="copyright"> handout/Caritas</span>
Die drei Schülerinnen bei der Übergabe des Spenden-Schecks an die Caritas. handout/Caritas

700 Euro Einnahmen für Corona-Nothilfe

Und dann war das Großprojekt Maskenherstellung endlich geschafft. 150 Stück waren es an der Zahl. Nun ging es nur mehr um das Verkaufen. Zunächst wurde sich im ganzen Familien- und Freundeskreis umgehört, wer noch eines der schönen Unikate gebrauchen könnte. Als Hauptverkaufsquelle hatten die Mädchen ihre Schule geplant – in Zeiten des Home Schoolings jedoch gar nicht so einfach.

Statement – Relevanz von Hilfe in der Corona-Zeit?

Laura Weber

„Wir sind alle Teil einer großen Gemeinschaft. In einer solchen ist es sehr wichtig, einander zu helfen und unter die Arme zu greifen. Dem einen stehen mehr, dem anderen weniger Möglichkeiten zur Bewältigung der Krise zur Verfügung. Aber nur wenn wir bereit sind, jene zu unterstützen, die besonders unter der Krise leiden, schaffen wir es gemeinsam, wieder aus dieser hervorzugehen.“

Sofia Brunner

„Die Pandemie hat uns gezeigt, wie schnell Menschen unverschuldet in Not geraten können. Keiner hatte wohl ein solches Ausmaß kommen sehen. Und es hätte jeden treffen können. Mit diesem Hintergedanken sollte es uns noch wichtiger sein, jene, die von der Krise getroffen wurden, zu unterstützen.“

Paulina Widerin

„Die Corona-Krise trifft jeden Menschen. Eine große Rolle spielt jedoch, aus welchen Verhältnissen man stammt. Wir haben in Österreich das Glück, uns trotz der Pandemie in einer sehr priveligierten Ausgangslage zu befinden. Gerade deswegen finde ich es umso wichtiger, andere Menschen zu unterstützen, die nicht so ein Glück haben.“

„Daraufhin haben wir einen Instagram-Account eingerichtet, auf dem wir Fotos der Masken in all ihren Formen und Farben veröffentlichten. Per Nachricht konnten sie das Wunschstück bestellen, und wir warfen es in der Schule in ihren Spind.“ Eine eigene Form der coronakonformen kontaktlosen Lieferung.
Die viele Arbeit und Mühe sollte sich jedoch auszahlen. Fast alle der schönen Einzelstücke konnten sie verkaufen und der Caritas somit einen Scheck über 700 Euro für die Corona-Nothilfe überreichen.
„Wir sind immer wieder begeistert, wie sehr sich junge Menschen in Vorarlberg engagieren und mit kreativen Mitteln helfen wollen. Ich bedanke mich herzlich für die großartige Spende und wünsche den drei Mädchen auch für ihr weiteres Leben so viel Power und Engagement, wie sie es in Zusammenarbeit mit uns gezeigt haben“, freut sich Sabine Fulterer von der youngCaritas über die Spende.

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