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Wasserrettung im Corona-Einsatz

17.02.2021 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Besonders in den Bereichen der Rettungsschwimmer- und Einsatzgrundausbildung gibt es einen Rückstau bei den Ausbildungen der Nachwuchskräfte. <span class="copyright">Handout/ÖWR Vorarlberg</span>
Besonders in den Bereichen der Rettungsschwimmer- und Einsatzgrundausbildung gibt es einen Rückstau bei den Ausbildungen der Nachwuchskräfte. Handout/ÖWR Vorarlberg

Hellbock über Einsatz der Wasserrettung in Zeiten von Corona.

Die Corona-Zeit war und ist auch für uns keine einfache“, erklärt Sebastian Hellbock, Geschäftsführer des Vorarlberger Landesverbands der Österreichischen Wasserrettung. 846 Einsätze verzeichnete die Vorarlberger Wasserrettung im vergangenen Jahr. Ein durchschnittlicher Wert für eine alles andere als durchschnittliche Zeit. „Durch die Lockdowns gab es eine klare Verschiebung unserer Einsatzgebiete. So gab es zum Beispiel viel weniger Überwachungseinsätze als sonst, dafür leisteten wir 96 Assistenzeinsätze im Bereich der Logistik bei der Covid-19-Bewältigung.“
Diese beinhalteten unter anderem die Auslieferung von Schutzausrüstung für niedergelassene Ärzte und Gesundheitseinrichtungen sowie die Verteilung von Antigentests.

Trainings-Ausfälle.

So engagiert sich die Wasserretter auch für ihre Mitmenschen einsetzen, sahen sie sich jedoch in Zeiten von Corona auch mit ganz eigenen Problemen konfroniert: Übungen und Trainings mussten auf das Notwendigste reduziert werden, um die Einsatzfähigkeit der Mitglieder zu sichern.
„Dies hatte einen enormen Rückstau der Grundausbildungen unserer Nachwuchskräfte zur Folge, besonders in den Bereichen der Rettungsschwimmer- und Einsatzgrundausbildung“, erklärt der Geschäftsführer des Landesverbands. „Um dies wieder wett zu machen, muss unser Fokus heuer voll und ganz auf der Wiederaufnahme systemrelevanter Ausbildungen und Übungen liegen – natürlich unter Einhaltungen größter Schutzvorkehrungen.“ Ziel sei es, die Mitglieder wieder an ihre in der Pandemie verlorenen Routinen sowie die für die Einsatzbewältigung notwendige Fitness heranzuführen.
Und auch wenn rechtlich gesehen endlich wieder Trainings im Hallenbad gestattet wären, lassen die Vorarlberger Wasserretter derzeit jedoch lieber noch etwas Vorsicht walten. „Immerhin erfordern unsere Ausbildungsmaßnahmen auch eine gewisse körperliche Nähe, mit Sicherheitsabstand wäre dies nicht umsetzbar.“

Zusammenhalt trotz Pandemie

Doch nicht nur was das Training angeht, muss die Vorarlberger Wasserrettung Abstriche in Kauf nehmen: „Normalerweise bieten wir unseren jungen Mitgliedern sehr viel Action – vom Boot fahren über Schnorcheln bis hin zum Kennenlernen der Einsatzfahrzeuge und -geräte. In Zeiten von Corona kamen diese Erlebnisse leider zu kurz.“
Umso stolzer ist der Geschäftsführer des Landesverbands über den Einfallsreichtum der Jugendleiter in solch herausfordernden Zeiten. Neben den Online-Schulungen sorgten diese nämlich auch für eine Menge Spaß in Form von virtuellen Spieleabenden oder einer digitalen Weihnachtsfeier. Kein Wunder also, dass der Wasserrettung trotz der vielen Herausforderungen ihre Mitglieder auch weiterhin treu bleiben.
Sehr zur Freude Hellbocks: „Wir warten alle schon sehnsüchtig darauf, wieder zur Normalität und unseren Aktivitäten zurückkehren zu können. Zusammenhalt und Kameradschaft waren schon immer der Klebstoff, der die Wasserrettung zusammenhielt. Und auch wenn das gesellige Zusammensein in Zeiten wie diesen hintenangestellt werden musste, halten wir alle an diesen Prinzipien fest.“

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