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„Wursteln uns irgendwie durch“

24.02.2021 • 18:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die beiden „Mayoka“-Gründer Wolfgang Tiefenthaler und Angelika Kaufmann vor der einzigartigen Kältesauna.<span class="copyright"> Klaus Hartinger</span>
Die beiden „Mayoka“-Gründer Wolfgang Tiefenthaler und Angelika Kaufmann vor der einzigartigen Kältesauna. Klaus Hartinger

Mitbegründerin Kaufmann über Situation des Studios „Mayoka“.

Immer wieder betonen Betriebe, wie wichtig die eigenen Rücklagen sind, um die Corona-Zeit zu überstehen. Doch wie sieht die Situation für neugegründete Unternehmen aus, die nicht auf solche zurückgreifen können? Diesem Problem stellen sich derzeit Wolfgang Tiefenthaler, Masseur und Naturheiltherapeut sowie Angelika Kaufmann, ausgebildete Yogalehrerin und Mentaltrainerin, die beiden Gründer des Dornbirner Studio für ganzheitliche Körperarbeit „Mayoka“.

Von der Firmengründung in den Lockdown

„Im August 2019 haben wir unser Studio eröffnet, im März mussten wir dann bereits zum ersten Mal aufgrund des Lockdowns für einige Wochen schließen“, erinnert sich Kaufmann. Damals waren alle Angebote von „Mayoka“ betroffen, sowohl Yoga als auch Massagen und auch die in Vorarl­berg einzigartige Kältesauna.
„Gerade, wenn man seinen Betrieb erst frisch eröffnet hatte, fallen sieben Wochen Zwangspause natürlich ins Gewicht.“ Und kaum durfte das Studio kurzzeitig wieder den Betrieb aufnehmen, war es im Herbst auch schon wieder geschlossen.

Ständiges Auf und Zu

Dieses Mal jedoch immerhin mit einem kleinen Trost: „Unsere Kältesauna wurde von der Schließung ausgenommen, da diese dem Gesundheitsbereich zuzordnen ist“, erklärt die Mitbegründerin weiter. Die körpernahen Dienstleistungen des Studios fielen jedoch immer wieder dem Lockdown und den damit einhergehenden Regierungsmaßnahmen zum Opfer.
Während andere Betroffene der Krise sich durch das Verlegen ihrer Angebote in Online-Kurse ein Stück weit über Wasser halten konnten, war dies für „Mayoka“ jedoch keine Option.
„Gerade was das Yoga betrifft, wäre mir ein digitaler Kurs bei Anfängern zu heikel. Zu groß ist die Gefahr, sich etwas falsch anzulernen und dem Körper damit großen Schaden zuzufügen“, erklärt Kaufmann.

Nur ein halbes Jahr vor dem Lockdown hatten  Wolfgang Tiefenthaler und Angelika Kaufmann das gemeinsame Unternehmen gegründet. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Nur ein halbes Jahr vor dem Lockdown hatten Wolfgang Tiefenthaler und Angelika Kaufmann das gemeinsame Unternehmen gegründet. Klaus Hartinger

„Absolutes Minus-Geschäft“

Auch auf Rücklagen könne das neugegründete Unternehmen nicht setzen. Immerhin bestand in der Kürze der Zeit, in der das Studio ohne Einschränkungen geöffnet haben durfte, nicht wirklich die Möglichkeit, einen Notgroschen zur Seite bringen zu können.
„Derzeit finanzieren wir uns alleine mit unseren Einnahmen und die fallen in Zeiten wie diesen sehr gering aus. Dadurch schreiben wir rote Zahlen, ein absolutes Minus-Geschäft.“
Sehr dankbar zeigt sich die „Mayoka“-Mitbegründerin jedoch über das Entgegenkommen ihres Vermieters sowie der Bank, was das Leasing der Kältesauna und Kredite anging. Auch ein Umsatzersatz und Härtefallfonds wurde dem jungen Unternehmen zugesprochen. „In unserer Lage jedoch nur mehr ein Tropfen auf dem heißen Stein“, gesteht die Geschäftsführerin.

Kritik an Maßnahmen

Die Regierungsmaßnahmen stoßen bei Kaufmann jedoch auf Unverständnis. „Uns durch die erzwungene Kontrolle von Test-Bescheinigungen als eine Art Kontroll-Organ der Regierung zu verwenden, finde ich eine reine Schikane. „Doch auch wenn die Lage derzeit schwierig ist, ist sich die „Mayoka“-Mitbegründerin sicher: „Wir wursteln uns schon irgendwie weiter durch.“

Kältesauna:

Ein Teil des Angebots von „Mayoka“ beinhaltet auch die in Vorarlberg einzigartige Kältesauna. In dem Zweikammersystem wird der Körper innerhalb der Anwendungsdauer von zwei bis vier Minuten Temperaturen bis zu minus 110 Grad ausgesetzt. Die Behandlung wirkt sich nicht nur positiv auf die Durchblutung und das Immunsystem aus, sondern sorgt gerade auch bei Leistungssportlern für einen verbesserten Stoffwechsel. Positive Ergebnisse erzielt die Therapie aber auch bei psychischen Leiden und im Bereich des Anti-Aging.