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Kickls andere Sicht auf die Demos

09.03.2021 • 12:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl: Nicht er, sondern der Innenminister habe provoziert
FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl: Nicht er, sondern der Innenminister habe provoziert AFP

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl sieht die Schuld beim Innenminister.

Eine andere Sicht auf die Demonstrationen von vergangenem Samstag in Wien als jene des Innenministers präsentierte heute FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl. Nicht er, sondern Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und sein Kabinett hätten Widerstand und Körperverletzung provoziert.

Kickl und FPÖ-Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer illustriertendiese Sicht mit etlichen Videos.

Der Weg vieler Demonstranten führte, ausgehend von der FPÖ-Demonstration am Heldenplatz, durch die Innenstadt bis hin zum Prater. Als sie zurückkehren wollten in die Innenstadt, so Kickl, sei ein “geordnetes Abströmen” dadurch vereitelt worden, dass über eine Strecke von mehr als drei Kilometern hinweg sämtliche Brücken über den Donaukanals gesperrt waren.

Die Menge sei über Stunden hinweg in Richtung der Brücke beim Schottentor dirigiert und am Nachhausegehen gehindert worden, diese Brücke sei aber auch gesperrt gewesen. Erst dadurch habe sich die Menge verdichtet, sei letztlich in die Enge gedrängt und “eingekesselt” worden. Genau diese unfreiwillige Nähe habe zu jener Verdichtung geführt, die den einzelnen Menschen dann zum Vorwurf gemacht wurde und zu Anzeigen wegen Unterschreitung des Mindestabstandes geführt habe.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) habe von “gewaltbereiten Hooligans und Rechtsextremen” gesprochen. Die Stimmung sei eine andere gewesen: Musik, Tanz, ein Spaziergang eben. Auch um diese Behauptung zu unterstreichen, gab es ein Video.

Das Fazit Kickls:

Es sei ihm ein Anliegen, darauf hinzuweisen, “dass sich die Mehrheit der Polizisten korrekt und anständig verhält”, so der ehemalige Innenminister Kickl. “Sie sind in einem Dilemma, und verantwortlich dafür ist die politische Spitze im Innenministerium”.

Das Motiv sieht Kickl darin, “dass die dort handelnden Personen nicht mit der zunehmenden Regierungskritik umgehen können”. Wovon im übrigen auch jeder Journalist ein Lied zu singen wisse, in dessen Redaktionsstube hineininterveniert werde.

Kickl zitierte diesbezüglich auch einen AV der Wiener Polizei, wonach die Polizisten darüber informiert wurden, dass die Aufrufe zur Teilnahme an Demonstranten vor allem an “Personen aus der Szene der Corona-Maßnahmen-Gegner, der Corona-Leugner und der Regierungskritiker” gerichtet seien. “Das ist eine Frechheit. Was erlaubt sich diese Behörde, Regierungskritiker in einen Topf mit Corona-Leugnern zu werfen und als gemeinsame Szene zu verunglimpfen?”

Die Retourkutsche Kickls auf den Vorwurf Nehammers, er, Kickl, habe eine rote Linie überschritten:

Kickl vergaß nicht, “jede Form von Gewalt” zu verurteilen. Den Vorwurf Nehammers, er selbst habe mit seiner aggressiven Ansprache am Heldenplatz die Stimmung angeheizt, wies er zurück. Die Menschen, die auf der Straße waren, seien Leute, die materiell und emotional um ihre Existenz kämpften. “Ich höre auf die Menschen, daher war ich auch dabei.”

Rechtsextreme habe er jedenfalls keine gesehen. Gottfried Küssel, der ihm am Heldenplatz gelauscht haben soll, “würde ich gar nicht erkennen. Dem geben nur Sie immer wieder eine Plattform”, gab er den Ball an die Journalisten zurück.

Nicht er habe eine rote Linie überschritten, sondern die Bundesregierung, schloss Kickl.

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