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Betagte Hundehalterin mit Fußtritt verletzt

15.03.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nachdem die Seniorin (79) ihrem Hund einen Fußtritt versetzt hatte, trat die Angeklagte (36) sie in den Oberschenkel. Dafür musste sich diese wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten. <span class="copyright">Hartinger</span>
Nachdem die Seniorin (79) ihrem Hund einen Fußtritt versetzt hatte, trat die Angeklagte (36) sie in den Oberschenkel. Dafür musste sich diese wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten. Hartinger

Seniorin (79) hatte zuvor Hund der Angeklagten getreten.

Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Hundehalterinnen führte dazu, dass nun die jüngere der beiden Frauen vorbestraft ist. Denn nach den gerichtlichen Feststellungen hat die 36-jährige Angeklagte am 23. April 2019 beim Rheindamm in Mäder einer 79-jährigen Frau mit einem Tritt gegen den linken Oberschenkel ein Hämatom und damit eine leichte Verletzung zugefügt.

Körperverletzung

Das trug der vergeblich einen Freispruch beantragenden Angeklagten am Montag bei der Berufungsverhandlung am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen Körperverletzung ein. Dafür wurde die Arbeitslose zu einer teilbedingten Geldstrafe von 480 Euro (120 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 120 Euro (30 Tagessätze).

360 Euro (90 Tagessätze) wurden für eine Bewährungszeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil des Berufungssenats unter dem Vorsitz von Richterin Angelika Prechtl-Marte ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen gewesen.

Vorfall

Nach Ansicht der Berufungsrichter hat sich der Vorfall so ereignet: Zwei der drei Hunde der Angeklagten rannten zur 79-Jährigen, die den Hund ihrer Tochter ausführte. Die sich bedrängt fühlende Pensionistin versetzte dem Windhund der Beschuldigten einen Tritt in den Bauch.

Die 36-jährige Angeklagte stellte die Seniorin wütend zur Rede und trat sie. Dabei lag keine Notwehr vor. Als Teilschmerzengeld hat die Angeklagte der Verletzten 100 Euro zukommen zu lassen. In erster Instanz hatte das zuständige Bezirksgericht über die Angeklagte wegen Körperverletzung eine teilbedingte Geldstrafe von 640 Euro (160 Tagessätze à 4 Euro) verhängt. Der unbedingte Teil belief sich auf 240 Euro (60 Tagessätze).

Geldstrafe verringert

In zweiter Instanz wurde jetzt zwar der Schuldspruch wegen Körperverletzung bestätigt, aber die tatsächlich zu bezahlende Geldstrafe um die Hälfte verringert. Denn die Berufungsrichter gingen im Gegensatz zum Erstgericht davon aus, dass die Angeklagte durch den Tritt der Pensionistin gegen den Hund der Beschuldigten provoziert worden war.

Das wirkte sich in der Berufungsverhandlung bei der Strafbemessung mildernd für die Angeklagte aus. Dazu merkte Landesgerichtspräsidentin Prechtl-Marte in ihrer Urteilsbegründung an, „es tut jedem Hundeliebhaber weh, wenn der eigene Hund getreten wurde“.

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