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Schuldspruch bestätigt: Versuchter Giftmord

16.03.2021 • 18:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der vergiftete 82-Jährige befand sich in akuter Lebensgefahr. <span class="copyright">Shutterstock</span>
Der vergiftete 82-Jährige befand sich in akuter Lebensgefahr. Shutterstock

Mieterin wollte Vermieter mit Tabletten töten, um schneller erben zu können.

Der beim Schwurgerichtsprozess am Landesgericht Feldkirch im September 2020 wegen versuchten Mordes ergangene Schuldspruch ist nun rechtskräftig. Denn der Obers­te Gerichtshof (OGH) hat die Nichtigkeitsbeschwerde der Angeklagten zurückgewiesen. Damit steht fest, dass die Mieterin nach Ansicht der Strafrichter im September 2019 in Riefensberg versucht hat, ihren 82-jährigen Vermieter durch das Verabreichen von Schlaf- und Schmerzmitteln vorsätzlich zu töten.
Demnach wollte die 51-jährige Niederländerin den Pensionisten mit vergiftetem Essen ermorden, um ihn schneller beerben zu können. Der Bregenzerwälder Landwirt hatte seine Mieterin und deren Sohn im April 2019 in seinem Testament zu Alleinerben gemacht.

Zwölf Jahre in erster Instanz

Für den Mordversuch wurde die mit einer Vorstrafe belastete Angeklagte in erster Instanz in Feldkirch zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Erschwerungsgründe waren die heimtückische Begehungsweise und der niedrige Beweggrund der Geldgier.
Das Strafmaß bekämpfen sowohl die Angeklagte, die eine mildere Strafe beantragt, als auch die sich eine strengere Sanktion fordernde Staatsanwaltschaft Feldkirch. Über die Strafberufungen wird nun das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) in einer Berufungsverhandlung entscheiden. Die Tiroler OLG-Richter werden die Strafhöhe rechtskräftig festlegen. Der Strafrahmen beträgt 10 bis 20 Jahre oder lebenslängliche Haft.

Tat vergeblich bestritten

Die Angeklagte hat den Tatvorwurf vergeblich bestritten. Sie habe in ihrer Nichtigkeitsbeschwerde keine erheblichen Bedenken gegen den erstinstanzlichen Schuldspruch geweckt, hielt der zuständige Senat des Obersten Gerichtshofes fest. Die 51-Jährige hatte behauptet, sie sei depressiv gewesen und an Beruhigungs- und Schmerzmittel gewöhnt und habe sich selbst, aber nicht ihren Vermieter mit einer Tablettenüberdosis umbringen wollen. Die Beschuldigte hatte im Internet jedoch nachweislich nach Informationen über einen nicht nachweisbaren tödlichen Medikamentencocktail gesucht.

Schönes Haus am Meer

Der vergiftete 82-Jährige befand sich in akuter Lebensgefahr, als er in der Nacht auf den 30. September 2019 ins Dornbirner Stadtspital eingeliefert wurde.
Seine Mieterin schrieb ihrem Freund nach Südafrika, nach dem Tod ihres Vermieters werde sie erben und sich dann ein schönes Haus am Meer bauen. Der alte Mann sei ihr hörig und habe ihr und ihrem Sohn sein Vermögen vermacht.

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