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Glücksspielbetreiber als Schläger verleumdet

17.03.2021 • 20:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Wenn sich das scheinbare Opfer als Täter herausstellt. Das geschah bei dem Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Hartinger</span>
Wenn sich das scheinbare Opfer als Täter herausstellt. Das geschah bei dem Prozess am Landesgericht Feldkirch. Hartinger

Wettlokalbetreiber am Landesgericht freigesprochen.

Der Richter hat dem 40-jährigen Angeklagten, der die Tatvorwürfe der schweren Körperverletzung und der gefährlichen Drohung bestritten hat, nicht geglaubt. Trotzdem wurde der von German Bertsch verteidigte Glücksspielunternehmer am Landesgericht Feldkirch rechtskräftig freigesprochen. Denn Strafrichter Richard Gschwenter hielt auch die Belastungszeugen für unglaubwürdig.

Dem dreifach vorbestraften Betreiber von Wett- und Glücksspiellokalen hatte die Staatsanwaltschaft Feldkirch zur Last gelegt, er habe in seinem Feldkircher Spiellokal zusammen mit Bodyguards einen aggressiven Gast bewusstlos geschlagen und ihm gedroht, ihn umzubringen.

Belastungszeuge schuldig gesprochen

Inzwischen wurde am Landesgericht in einem anderen Prozess einer der Belastungszeugen schuldig gesprochen, wegen der Vergehen der Verleumdung und der falschen Beweisaussage. Der 50-jährige Angeklagte gab zu, als Zeuge vor der Polizei den Wettlokalbetreiber zu Unrecht der schweren Körperverletzung und der gefährlichen Drohung beschuldigt zu haben. Der unbescholtene Arbeitslose wurde zu einer Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Das Urteil von Richterin Sabrina Tagwercher ist nicht rechtskräftig.

Anklage gegen Opfer

Der in Feldkirch wohnende Türke gab in seiner Gerichtsverhandlung zu Protokoll, das angebliche Opfer des Glücksspielunternehmers habe ihm gesagt, was er vor der Polizei angeben solle. Diese Aussage machte die Staatsanwältin hellhörig. Sie beantragte eine Abschrift des Protokolls der Hauptverhandlung. Nun wird wohl auch das angebliche Opfer des Wettlokalbetreibers wegen Verleumdung und falscher Zeugenaussage angeklagt werden.

Der 47-jährige Koch hatte behauptet, der Wettlokalbetreiber und dessen Bodyguards hätten ihn bewusstlos geschlagen und ihm gedroht, ihn umzubringen. Im Spiellokal habe er 40.000 Euro verloren, sagte der Türke. Er werde sich einer stationären Spielsuchttherapie unterziehen.