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Harte Maßnahmen im Leiblachtal

23.03.2021 • 22:49 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Hörbranz hat 44 neue Coronafälle.                                                                                                                    Hartinger
Hörbranz hat 44 neue Coronafälle. Hartinger

In Hörbranz führt ein Cluster zu massiven Infektionszahlen.

Das Leiblachtal, insbesondere Hörbranz, verzeichnet innerhalb von 48 Stunden einen massiven Anstieg an Covid-19 Infektionen. Zudem wurde die britische Mutation nachgewiesen. „Von Montag auf Dienstag ist Inzidenz auf 78 angestiegen. Das hat vor allem mit der aktuellen Entwicklung im Leiblachtal zu tun“, betont Landeshauptmann Markus Wallner.

Es begann im Kindergarten

Begonnen hat alles in einem Kindergarten Hörbranz. Dort hat sich ein Cluster gebildet. Es gelte nun schnell Maßnahmen zu treffen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Denn: Steigende Zahlen und die britische Mutation gefährden das Projekt der Gastro-Öffnung in der Modellregion Vorarlberg, wie der Landeshauptmann in einer kurzfristig einberufen Pressekonferenz ausführt. „Wir wollen unsere Position halten, deshalb werden wir sofort reagieren.“ Und zwar in drei wesentlichen Bereichen: Die zwei betroffenen Kindergärten werden sofort geschlossen. Zudem wird es ab heute ein ausgeweitetes Testangebot in Hörbranz geben. Man werde dort die Testkapazitäten für 10.000 Personen innerhalb von 2 Tagen herstellen. Das Ganze wird im Leiblachsaal in Hörbranz stationiert sein. „Ich appelliere an alle Bewohner des Leiblachtals. Melden sie sich an, gehen sie testen! Es ist immens wichtig“, so Wallner. Zudem kommt es ab Mittwoch, 24 Uhr, zu einer Ausreisetestpflicht. Wer aus Eichenberg, Hohenweiler, Hörbranz, Lochau oder Möggers ausreisen will, braucht einen gültigen Test. Diese Verordnung gilt vorerst für sieben Tage.

Landeshauptmann Markus Wallner. <span class="copyright">hartinger</span>
Landeshauptmann Markus Wallner. hartinger

Ich appelliere an alle Bewohner des Leiblachtals. Melden sie sich an, gehen sie testen! Es ist immens wichtig

Markus Wallner, Landeshauptmann

Wo genau die Check-Points hinkommen, werde derzeit geprüft. „Es ist noch kein Grund zur Panik gegeben. Wir sind nach wie vor in einer guten Situation. Aber wir müssen das ernst nehmen und schnell reagieren. Vor allem wegen der britischen Mutation. Das Contact-Tracing ist ebenso entscheidend wie das rasche und flächendeckende Testen. Vor allem in dieser sensiblen Phase der Öffnung“, ergänzt der Landeshauptmann.

Der Kindergarten Dorf in Hörbranz musste gesschlossen werden. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Kindergarten Dorf in Hörbranz musste gesschlossen werden. Hartinger

Die britische Mutation

„Es kann sehr schnell gehen. Letzte Woche gab es bei uns noch keinen einzigen Fall. Und jetzt haben wir 44 Fälle. Mit einem hohen Anteil an der britischen Mutation“, so der Hörbranzer Bürgermeister Andreas Kresser. Für ihn war sofort klar, dass der Kindergarten Dorf geschlossen werden muss. Auch im Kindergarten Leiblach ist ein Fall aufgetreten. Auch dieser wird nun geschlossen. „Die Osterbetreuung kann nicht wie geplant stattfinden und muss entfallen. An der Mittelschule und der Volksschule führen wir nun tägliche Selbsttests durch“, ergänzt Kresser.

In der Volksschule Lochau bildete sich ein Corona-Cluster. <span class="copyright">Hartinger</span>
In der Volksschule Lochau bildete sich ein Corona-Cluster. Hartinger

Es kann sehr schnell gehen. Letzte Woche gab es bei uns noch keinen einzigen Fall. Und jetzt haben wir 44 Fälle.

Andreas Kresser, Bürgermeister Hörbranz

14.000 Tests in zwei Tagen

Auch Landesrat Christian Gantner betont die Notwendigkeit des schnellen Reagierens und Handelns: „Wie der Landeshauptmann bereits gesagt hat, starten wir am Mittwoch um 8 Uhr in der Früh und testen dann bis 22 Uhr. In den Tagen darauf starten wir bereits um 6 Uhr.“ Insgesamt wohnen 14.000 Mensch im Leiblachtal. Und alle sollen die Möglichkeit bekommen, sich testen zu lassen. Und das in kürzester Zeit. Anmelden kann man sich im Internet unter Vorarlberg.at/Coronatest. Darüber hinaus wird es auch eine zusätzliche Schiene für kurzentschlossene bei Check-in-Schaltern geben in“, ergänzt Gantner. In Summe werden dort 22 Personen im Einsatz sein. Gantner legt großen Wert darauf, dass es sich um keine Quarantäne oder gar einen Lockdown handelt. „Es ist lediglich eine Ausreisetestpflicht. Und diese ist in dieser Situation unumgänglich. Ab Donnerstag gilt die Verordnung.

Landesrat Christian Gantner. <span class="copyright">hartinger</span>
Landesrat Christian Gantner. hartinger

„Wir wollen unbedingt Modellregion bleiben. Somit sind diese harten Maßnahmen unumgänglich.“

Christian Gantner, Sicherheitslandesrat

Kampf um die Modellregion

Die Ausreise wird nur noch mit einem PCR Test, der nicht älter als 72 Stunden ist, möglich sein. Oder mit einem Antigentest. Dieser kann bis zu 48 Stunden alt sein. Die Verordnung gilt auch für bereits geimpfte Personen. Nur Kinder bis zehn Jahren sind davon ausgenommen. Gantner: „Wir wollen unbedingt Modellregion bleiben. Somit sind diese harten Maßnahmen unumgänglich.“

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