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Inzidenz hat sich verdoppelt

30.03.2021 • 06:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Egal ob mit Bus, Rad oder Pkw. Derzeit kommt man nur mit gültigem Test aus dem Leiblachtal.                         Hartinger
Egal ob mit Bus, Rad oder Pkw. Derzeit kommt man nur mit gültigem Test aus dem Leiblachtal. Hartinger

Landesrat Gantner führt den Anstieg vor allem auf das Leiblachtal zurück..

Der Hörbranzer Bürger­meis­ter Andreas Kresser ist trotz der aktuellen Situation optimistisch. „Die Menschen tragen das super mit. Sie gehen fleißig zum Testen. Und wie man sieht, trägt es auch Früchte.“ Das sei natürlich auch dem schnellen Handeln der Behörden und des Landes geschuldet. Auch das Ausreisen habe sich in Sachen Wartezeiten massiv verbessert. „Mittlerweile ist es auch zu Stoßzeiten nicht mehr als eine halbe Stunde. Am Freitag waren es mitunter fast drei Stunden. Das war schon furchtbar für die Menschen.“ Auch das Testzentrum funk­tioniert reibungslos, betont der Bürgermeister. Und es gibt auch genug Termine. Zudem sind die Zahlen im Leiblachtal seit Montag leicht rückläufig. „Wir waren gestern noch auf 83 und jetzt sind wir laut Dashboard auf 78“, freut sich Kresser.

Bürgermeister Andreas Kresser, Hörbranz                                                                                                                                          Hartinger
Bürgermeister Andreas Kresser, Hörbranz Hartinger

Hartnäckiges Gerücht

Zudem widerspricht Kresser einem seit Tagen kursierenden Gerücht, dass das Cluster von einer Pädagogin ausgehe, die in Wien auf einer Anti-Covid-Maßnahmen-Demonstration gewesen sein soll: „Ich habe das jetzt von mehreren Seiten gehört. Auch von Journalisten. Ich muss da lachen. Weil niemand Details weiß, und niemand einen Namen nennen kann. Aber alle verbreiten dieses Gerücht.“ Auch Landesrat Christian Gantner winkt ab. „Da gibt es sehr viele Gerüchte, und den Teil mit der Demo kann ich nicht bestätigen.“ Im Vergleich zu den anderen Bundesländern stehe man in Vorarlberg trotz der Zunahme der Zahlen immer noch gut da: „Der Österreich-Schnitt liegt bei etwa 240, und Wien ist bereits bei 300.“ Das Testen funktioniere derzeit sehr gut. Und die Ergebnisse lassen hoffen, dass die Modellregion nicht gefährdet ist.

Landesrat Christian Gantner                                                                                                                                                                                 Serra
Landesrat Christian Gantner Serra

Infektionsgeschehen

Die Zunahme der Infektionszahlen in Dornbirn könne man derzeit noch nicht zuordnen. Das Infektionsteam ist laut Gantner gerade dabei, die Herkunft abzuklären. „Aber das hat nicht unmittelbar mit der offenen Gastronomie zu tun.“
Die generell steigende Reisetätigkeit zu Ostern müsse man genau im Auge behalten. „Wir haben jetzt das Gratistestangebot noch einmal erweitert. Damit auch alle die Möglichkeit haben, sich vor den Feiertagen noch einmal testen zu lassen.“ Hier gehe es um die Verantwortung gegenüber der eigenen Familie, aber auch für die Modellregion Vorarlberg. „Und da schaut ganz Österreich zu uns. Das hat natürlich auch eine Strahlkraft, die über unsere Landesgrenzen hinausgeht.“ Selbst im Zug werden Infobriefe vom Landeshauptmann verteilt, in denen man für die Reisenden noch mal eindringlich die wesentlichen Punkte zusammenfasst, die es zu beachten gilt. Ob die Ausreisetestkontrollen für das Leiblachtal auch wirklich am Mittwoch, den 31. März, um 0 Uhr enden, will Gantner noch offenlassen. „Das werden wir recht kurzfristig besprechen und entscheiden.“

Testen, testen und nochmals testen.                                                                                                                                                   Hartinger
Testen, testen und nochmals testen. Hartinger


Wenn man derzeit die Flächentests betrachte, dann zeige sich ein optimistisches Bild. Seit dem Start der zusätzlichen Testinfrastruktur vergangenen Mittwoch wurden im Leiblachtal bereits über 17.700 Testungen durchgeführt, und da sind insgesamt 16 Personen positiv getestet worden. Aktuell meldet das Infektionsteam für die Region Leiblachtal insgesamt 113 bestätigte Corona-Infektionen. Das sind um zwei weniger als gestern. Von den positiv Getes­teten sind 33 unter 18 Jahre alt. In 61 Fällen ist die „britische“ Mutation des Coronavirus bestätigt.

Cluster und Gastro-Öffnung

„Natürlich hat die Zunahme der Zahlen mit dem Leiblachtal zu tun. Aber wie man sieht, tut sich da in Dornbirn gerade auch recht viel“, betont auch Robert Spiegel von der Ärztekammer Vorarlberg. Inwieweit der Anstieg auch mit der Gastro-Öffnung in Zusammenhang gebracht werden kann, ist laut Spiegel schwierig zu sagen. In Bezug auf die Tausenden Studenten, die jetzt über Ostern nach Vorarlberg kommen, betont Spiegel, dass sich diese unbedingt mindestens zwei Mal tes­ten lassen sollten. „Unmittelbar vor der Abreise das erste Mal und dann zwei Tage später im Land noch einmal. Im Idealfall innerhalb von 48 Stunden.“

Ferien

Wichtig sei laut Spiegel auch, dass das Wetter schön ist und bleibt. „Denn wenn die Leute im Freien sind, nimmt das Infektionsgeschehen ab. Zudem sind Ferien. Und Kindergärten und Schulen haben geschlossen.“ Spiegel hofft somit, dass das Level nun gehalten werden kann und im Idealfall sogar wieder etwas nach unten geht.D

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