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Banker steckte 585.000 Euro ein

31.03.2021 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der ehemalige Bankangestellte wird der Veruntreuung bezichtigt. <span class="copyright">Symbolbild/Klaus Hartinger</span>
Der ehemalige Bankangestellte wird der Veruntreuung bezichtigt. Symbolbild/Klaus Hartinger

Bankangestellter hat nach Ansicht der Richter Gelder veruntreut.

Der Angeklagte räumte ein, dass er von dem deutschen Lehrer im Laufe der Jahre insgesamt 640.000 Euro übernommen hat. Aber was ist mit dem Geld geschehen? Nach Ansicht der Richter hat der damalige Bankangestellte davon 585.000 Euro eingesteckt und nur 55.000 Euro zurückbezahlt.
Dafür wurde der unbescholtene 74-Jährige am Dienstag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Haftstrafe von 24 Monaten verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil acht Monate Gefängnis. Als Teilschadenersatz hat der Pensionist der erbenden Tochter des verstorbenen Lehrers 305.000 Euro zukommen zu lassen. Das milde Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Thomas Wallnöfer ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte und Staatsanwalt Johannes Hartmann nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Veruntreuung

Der Schuldspruch erfolgte wegen Veruntreuung, bei einem Strafrahmen von ein bis zehn Jahren Gefängnis. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, hätte der verheiratete Unterländer eine Chance auf eine Fußfessel im elektronisch überwachten Hausarrest. Nach Überzeugung der Richter hätte der Banker zwischen 2002 und 2016 die ihm stets in bar anvertrauten Kundengelder gewinnbringend und steuerschonend veranlagen sollen. Stattdessen hat der Außendienstmitarbeiter der Bank das Geld nach den gerichtlichen Feststellungen für sich selbst verwendet.
Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig. Verteidiger Bernhard Natter beantragte einen Freispruch. Der Beschuldigte gab zu Protokoll, er habe die ihm anvertrauten 640.000 Euro dem deutschen Lehrer zurückgegeben. Quittieren ließ er sich aber lediglich die Rückzahlung von 55.000 Euro. Die Richter hielten es für unglaubwürdig, dass ein Bankmitarbeiter sich die Rückzahlung von 640.000 Euro nicht quittieren lässt. Für den Schöffensenat waren die Angaben des Angeklagten unglaubwürdig.

Angaben des Angeklagten

Der 74-Jährige sagte, er habe vergeblich gehofft, den Deutschen als Bankkunden zu gewinnen. Er habe für den Lehrer das viele Geld in einem deutschen Bankschließfach und im Privatsafe eines deutschen Kunden deponiert. Letztlich habe der Deutsche doch nicht in eine geplante Fischzuchtfarm in Hard investiert. Daraufhin habe er ihm die deponierten Gelder zurückgegeben. 2018 wurde der Ex-Banker am Landesgericht in einem Zivilprozess dazu verurteilt, der Erbin des Deutschen 280.000 Euro zurückzuzahlen.

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