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Polizei ersetzte Kokain durch Milchpulver

06.04.2021 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Trickreich gingen Zoll und Polizei vor, um einen Drogenabnehmer aus Vorarlberg zu überführen. Das wurde in der Hauptverhandlung gegen den Oberländer am Landesgericht Feldkirch bekannt. Sy<span class="copyright">mbolbild/Hartinger</span>
Trickreich gingen Zoll und Polizei vor, um einen Drogenabnehmer aus Vorarlberg zu überführen. Das wurde in der Hauptverhandlung gegen den Oberländer am Landesgericht Feldkirch bekannt. Symbolbild/Hartinger

22 Monate Gefängnis für vorbestraften 31-Jährigen.

Trickreich gingen Zoll und Polizei vor, um einen Drogenabnehmer aus Vorarlberg zu überführen. Das wurde in der Hauptverhandlung gegen den Oberländer am Landesgericht Feldkirch bekannt.

Polizei trickste Angeklagten aus

Nach Angaben des Staatsanwalts fing der Zoll in Deutschland ein verdächtiges Paket aus den Niederlanden auf dem Frachtweg nach Vorarlberg ab. Demnach stellten die deutschen Zollbehörden ein halbes Kilogramm Kokain im Wert von zumindest 25.000 Euro in dem Paket sicher. Als Empfänger war der Cousin des Angeklagten angegeben, allerdings mit der Adresse des Beschuldigten im Bezirk Feldkirch.

Daraufhin, so der öffentliche Ankläger, hätten die Behörden das Kokain durch Milchpulver ersetzt. Im Paket sei ein Peilsender versteckt worden. Ein Polizist habe sich als Paketzusteller verkleidet und dem Angeklagten das Paket übergeben.

Verbrechen des Suchtgifthandels

Der Angeklagte habe mit seiner Unterschrift die Entgegennahme des Pakets bestätigt. 20 Minuten später habe sich keine Ware mehr in dem Paket befunden. Das vermeintliche Kokain, das aus Milchpulver bestand, sei unter einer Baumwurzel versteckt worden.

Der mit sechs Vorstrafen belastete 31-Jährige wurde für das Kokainpaket aus Holland wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Urteil von Richter Georg Furtschegger ist nicht rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre fünf Jahre Haft gewesen.

Der Schuldspruch erfolgte auch wegen unerlaubten Umgangs mit Suchtgift und unerlaubten Waffenbesitzes. Der Angeklagte gab zu, dass er 100 Gramm Cannabis und eine Schreckschusspistole besessen hat. Bestritten hat der Beschuldigte jedoch die Bestellung von 500 Gramm Kokain.

Aussage des Angeklagten

Der 31-Jährige behauptete, das Kokain sei nicht für ihn bestimmt gewesen. Er hätte es nur weiterleiten sollen. Er habe sich für einen holländischen Lieferanten als Drogenvermittler zur Verfügung gestellt.

Der Niederländer habe ihm dafür eine Provision von 400 Euro versprochen. Vereinbart sei allerdings gewesen, dass er an ihn adressierte Pakete mit Cannabis weitergebe. Von Kokain sei keine Rede gewesen. Früher habe er für sich selbst vom Holländer Cannabis bezogen.

In einem Chat schrieb der Vorarlberger dem Niederländer vor der Lieferung: „Scheiß auf die Cops, ich werde nicht aufhören.“ Damit will er aber nur einen Liedtext zitiert und kein Rauschgift bestellt haben.

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