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Einige verschenkte Fahnen wehen schon

09.04.2021 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

GoWest schick­t Regenbogenfahnen an Pfarren. Großteils positive Rückmeldung.

Der Verein für LGBTIQ* (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Inter und Queer) reagierte schnell, als die Vatikanische Glaubenskongregation kurz vor Ostern mit ihrem Segnungsverbot für gleichgeschlechtliche Paare aufhorchen ließ und damit teilweise auch innerhalb der katholischen Kirche für Empörung sorgte. Nachdem mehrere – vor Gotteshäusern gehisste – Regenbogenfahnen gestohlen oder verbrannt worden waren, fasste der Bregenzer Verein kurzerhand den Entschluss, alle Pfarren im Land mit einer Regenbogenfahne auszustatten. Nach anfänglichen Lieferschwierigkeiten (die NEUE berichtete) konnten mittlerweile alle 145 Fahnen verschickt werden.

Pfarrkirche in Höchst.
Pfarrkirche in Höchst.

Bereits gehisst

Vereinsobmann Michael Andreas Egger zeigt sich im NEUE-Gespräch erfreut, dass er bereits einige zustimmende Rückmeldungen erhalten hat. Positives Feedback kam etwa von den Pfarren Egg, Höchst und St. Gerold sowie von den Pfarrverbänden Hörbranz/Möggers/Hohenweiler und Altach/Götzis/Menschach.
An einigen Kirchen – wie etwa in Dornbirn-Rohrbach, Egg und Höchst – wehen die vom Verein verschenkten Regenbogenfahnen bereits als sichtbares Zeichen des Protests (siehe Fotos). Nur von zwei Pfarren kam das bunte Geschenk mit dem Hinweis „Annahme verweigert“ zurück. Um welche Pfarren es sich dabei handelt, möchte der Vereinsobmann nicht explizit hervorheben. Vielmehr freut er sich über die positiven Rückmeldungen – beispielsweise über jene des Pfarrers der Großwalsertal-Gemeinde St. Gerold, der den Verein laut eigenem Bekunden in seiner Osterpredigt erwähnte.

Nächster Schritt

Egger hofft, dass zumindest die Hälfte aufgehängt wird. Wenn am Schluss 70 bis 75 Fahnen wehen würden, wäre das „ein sensationelles Ergebnis“. Doch beim Verschenken von Fahnen will es der Verein nicht belassen. Geplant ist, mit der Diözese in den Dialog zu treten. „Wir möchten schauen, was der Verein für die Kirche und die Kirche für uns tun kann.“

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