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Nun 14 statt 12 Jahre für Mord an Freundin

15.04.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
25-jähriger Armenier erwürgte in Bludenz aus Eifersucht 21-jährige Armenierin. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
25-jähriger Armenier erwürgte in Bludenz aus Eifersucht 21-jährige Armenierin. Klaus Hartinger

Oberlandesgericht erhöhte Haftstrafe um zwei Jahre.

Wegen Mordes an seiner Lebensgefährtin in Bludenz wurde der 25-jährige Armenier zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. So endete am Donnerstag in der Berufungsverhandlung am Inns­brucker Oberlandesgericht (OLG) das Strafverfahren gegen den unbescholtenen Untersuchungshäftling. Nach Ansicht der Berufungsrichter war die erstinstanzliche Strafe mit zwölf Jahren Haft zu milde ausgefallen. Der OLG-Richtersenat erhöhte die Freiheitsstrafe um zwei Jahre. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Das Urteil ist nun rechtskräftig.

Chatprotokolle entdeckt

Der 25-Jährige hat im Juli 2019 im Schlafzimmer der gemeinsamen Wohnung aus Eifersucht seine Lebensgefährtin erwürgt. Der Schichtarbeiter hatte in jener Nacht gegen 1 Uhr auf dem Smartphone Chatprotokolle entdeckt. Seine Partnerin hatte mit mehreren Männern Liebesnachrichten ausgetauscht. Einem der Männer hatte die 21-Jährige sogar geschrieben, sie werde immer für ihn kochen, sobald sie miteinander verheiratet seien.

Daraufhin rastete der Schichtarbeiter aus. Er versetzte seiner Freundin zuerst zwei Ohrfeigen. Danach würgte er nach den gerichtlichen Feststellungen die 21-Jährige auf dem Bett zumindest drei Minuten lang. Die junge Frau starb deswegen noch am selben Tag auf der Intensivstation des Landeskrankenhauses Feldkirch.

Mord, nicht nur Totschlag

Beim Geschworenenprozess am Landesgericht Feldkirch im Juli 2020 werteten alle acht Laienrichter die Tat als Mord und nicht als Totschlag. Den wegen vorsätzlicher Tötung ergangenen Schuldspruch bestätigte der Oberste Gerichtshof im Februar. Die Wiener Höchstrichter wiesen die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurück und überließen dem Oberlandesgericht Innsbruck die Entscheidung über die Strafberufungen des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft Feldkirch.

Das Oberlandesgericht gab nur der Strafberufung der eine strengere Sanktion beantragenden Staatsanwaltschaft Folge. Für Mord beträgt der Strafrahmen zehn bis 20 Jahre oder lebenslängliche Haft.

Blackout vor Wut

Die Verteidigung forderte vergeblich, den Angeklagten nur wegen Totschlags schuldig zu sprechen. Denn der junge Mann habe sich in einer allgemein begreiflichen heftigen Gemütsbewegung zu der Tat hinreißen lassen. Da seine Lebensgefährtin ihn betrogen habe, habe er in seiner unbändigen Wut ein Blackout gehabt und sie erwürgt. Für Totschlag beläuft sich die Strafdrohung auf fünf bis zehn Jahre Gefängnis.