Lokal

Ohne Maske: Lehrer bekämpft Entlassung

16.04.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Pädagoge war nach mehreren Gesprächen und Ermahnungen Anfang des Jahres entlassen worden, weil er während des Unterrichts keine Schutzmaske getragen hatte.<span class="copyright"> Symbolbild/Hartinger</span>
Der Pädagoge war nach mehreren Gesprächen und Ermahnungen Anfang des Jahres entlassen worden, weil er während des Unterrichts keine Schutzmaske getragen hatte. Symbolbild/Hartinger

Er hat im Unterricht keine Corona-Schutzmaske getragen.

Der Lehrer einer polytechnischen Schule im Unterland weigerte sich nach Angaben der Vorarlberger Bildungsdirektion über Monate hinweg, sich an der Schule den Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus zu unterziehen. Demnach hat er etwa während des Unterrichts keine Schutzmaske getragen. Deshalb wurde der Pädagoge nach mehreren Gesprächen und Ermahnungen Anfang des Jahres entlassen.

Arbeitsprozess

Der ehemalige Lehrer bekämpft nun seine Entlassung in einem Arbeitsprozess gegen das Land Vorarlberg. Die Verhandlung am Landesgericht Feldkirch findet im Juli statt. Das teilte auf Anfrage Gerichtssprecher Norbert Stütler mit. Die Entlassung sei am 19. Februar erfolgt, entnimmt Stütler dem Gerichtsakt. Der Kläger argumentiere in seiner Klagsschrift auch damit, dass die von ihm gesetzte disziplinäre Verfehlung mit der Verweigerung der Corona-Schutzmaßnahmen eine Entlassung noch nicht rechtfertige.

Der klagende Ex-Lehrer will offenbar wieder unterrichten dürfen oder für die Entlassung finanziell entschädigt werden. Der Arbeitsprozess findet unter dem Vorsitz von Richterin Susanne Fink statt. Die Vorsitzende des Richtersenats hat die Verhandlung für drei Stunden anberaumt.

Einschränkungen als Nötigung

Der Pädagoge hält Corona-Schutzmaßnahmen in den Schulen für übertrieben und unverhältnismäßig. Dementsprechend hat er sich vor seiner Entlassung in sozialen Medien öffentlich geäußert. Er bezeichnete dabei die Einschränkungen als Nötigung. Man könne sich auch mit anderen Mitteln vor einer Corona-Infektion schützen als mit dem Tragen von Schutzmasken. In einem öffentlichen Video hat sich der Polylehrer im Februar von seinen Schülern verabschiedet und sich bei ihnen bedankt.

Der Vorarlberger bekämpft nach eigenen Angaben aus seiner Sicht unverhältnismäßig strenge Corona-Maßnahmen nicht nur mit seiner Klage auf Entlassungsanfechtung am Feldkircher Arbeitsgericht, sondern auch mit einer Beschwerde am Verfassungsgerichtshof in Wien.

Weiterer Lehrer entlassen

In den vergangenen Wochen ist in Vorarlberg auch ein zweiter Lehrer entlassen worden, der das Tragen einer Corona-Schutzmaske während des Schulunterrichts und andere Schutzmaßnahmen beharrlich verweigert haben soll. Einem anderen Lehrer hingegen, der ebenfalls keine Schutzmaske tragen und sich nicht tes­ten lassen will, wurde an einer Oberländer Handelsakademie zumindest vorerst gestattet, nur noch von zu Hause aus zu unterrichten, per Videokonferenz.