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Der schwere Kampf zurück ins Leben

28.04.2021 • 20:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die aktiv<span class="copyright">e</span> Auseinandersetzung mit der eigenen Trauer ist auch ein Weg, mit dem Verlust eines geliebten Menschens umzugehen.<span class="copyright"> Symbolbild/Philipp Steurer</span>
Die aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Trauer ist auch ein Weg, mit dem Verlust eines geliebten Menschens umzugehen. Symbolbild/Philipp Steurer

Ratschläge einer Betroffenen und einer Seelsorgerin im Umgang mit Verlust.

“Ich wünsche allen Hinterbliebenen im Falle eines so schweren Verlusts verständnisvolle Menschen, seien es Freunde, Angehörige oder auch professionelle Unterstützungsangebote, die sie auf dem Weg der Trauer begleiten.
„Am wichtigsten sind in dieser schwierigen Zeit zwischenmenschliche Beziehungen, in denen alle Gefühle Platz haben können, egal ob Trauer, Wut oder auch Neid“, erklärt Krankenhausseelsorgerin Daniela Bohle-Fritz.

Krankenhausseelsorgerin Daniela Bohle-Fritz ist die Ansprechperson des zwei Mal jährlich stattfindenden Gemeinschaftsbegräbnisses für frühverstorbene Kinder. <span class="copyright">Handout/Privat</span>
Krankenhausseelsorgerin Daniela Bohle-Fritz ist die Ansprechperson des zwei Mal jährlich stattfindenden Gemeinschaftsbegräbnisses für frühverstorbene Kinder. Handout/Privat

„Wichtig ist es auch, etwas zu unternehmen, nach draußen zu gehen, wieder am Leben teilzunehmen.“ Dies könne auf der einen Seite durch die aktive Auseinandersetzung mit der Trauer verbunden sein, etwa durch Malen, Gestalten oder das Schreiben von Briefen an das verstorbene Kind.
„Besonders sollte jedoch auch darauf geachtet werden, sich selbst auch etwas Gutes zu tun, sei es auch nur eine Kleinigkeit, die einem für kurze Zeit Trost bietet.“

Tun was einem gut tut

Diese Meinung teilt auch Belinda Reis, Leiterin der Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern, aus ihren eigenen Erfahrungen heraus: „Nach dem Tod meines Sohnes haben wir als Familie beschlossen, erst einmal nur zu tun, was sich gut anfühlt“, erzählt Reis. „Wir haben Menschen besucht, die uns Kraft gaben, auch Freunde von Julien kamen immer wieder zu Besuch und wir waren viel in der Natur, wo wir weinen oder den Schmerz hinausschreien konnten.“

Belinda Reis, Gruppenleiterin der Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern, verlor ihren Sohn Julien durch einen tragischen Verkehrsunfall. <span class="copyright">Handout/Privat</span>
Belinda Reis, Gruppenleiterin der Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern, verlor ihren Sohn Julien durch einen tragischen Verkehrsunfall. Handout/Privat

Am wichtigsten sei es jedoch, viel über das Geschehene zu sprechen, egal ob, wie in ihrem Fall, mit ihrem Mann und ihrem jüngeren Sohn, mit Familie und Freunden oder auch mit anderen Betroffenen in der Selbsthilfegruppe.
„Denn natürlich ersetzen wir keinen Therapeuten oder eine andere Form der psychologischen Betreuung. Doch oft kann es auch helfen, sich mit Menschen austauschen zu können, die dasselbe durchgemacht haben wie man selbst. Zusammen zu weinen, zu lachen und vor allem jemanden zu haben, der einem zuhört und einen auch versteht.“

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