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Risikokosten versus Gewinn

28.04.2021 • 20:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorstand Raiffeisen Landesbank Vorarlberg
Vorstand Raiffeisen Landesbank Vorarlberg

Das Ergebnis nach Risiko sank bei der RLB Vorarlberg um 50 Prozent.

Die aufgrund der Pandemie-Bekämpfungsmaßnahmen stark eingebremste wirtschaftliche Entwicklung in Vorarlberg hinterlässt erwartungsgemäß bei vielen Banken deutliche Spuren auf der Ertragsseite, so auch bei der Vorarlberger Raiffeisenbankengruppe.

Schwieriges Jahr

Wie die Bankengruppe am Mittwoch mitteilte, haben die Vorarlberger Raiffeisenbanken im Geschäftsjahr 2020 ein Ergebnis nach Risiko (EGT) von 59,8 Millionen Euro erzielt. Das ist ein Rückgang um beinahe 28 Prozent gegenüber 2019. Bei der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg RLB hat sich das EGT im Vorjahr auf 12,3 Millionen Euro mehr oder weniger halbiert. Der Grund dafür liege in beiden Fällen in den stark gestiegenen Risikokosten beziehungsweise in der notwendig gewordenen Risikovorsorge. Allein bei der Raiffeisenlandesbank erhöhte sich der Saldo aus den Auflösungen/Zuweisungen von bzw. zu den Wertberichtigungen auf Forderungen und zu Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten von 1,9 Millionen Euro auf 10,9 Millionen Euro.

Die Pandemie verlangt den heimischen Betrieben und ihren Mitarbeitenden eine ungemeine Kraftanstrengung ab.“

Michael Alge,
Raiffeisenlandesbank

Boom bei Neukunden

Nichtsdes­totrotz zeigt man sich bei der Raiffeisenbankengruppe Vorarl­berg mit dem Geschäftsjahr 2020 zufrieden. „Es war trotz allem ein wirtschaftlich sehr gutes Jahr“, so Wilfried Hopfner, Vorstandsvorsitzender der RLB Vorarlberg. So seien die Forderungen an Kunden (Kredite und Ähnliches) um 5,1 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro gestiegen. Aber auch die Einlagen von Kunden legten um 2,7 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro zu. Das verwaltete Kundenvermögen erhöhte sich um fünf Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Die Eigenmittel der Bankengruppe stiegen um 3,3 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro und die Gesamtkapitalquote verbesserte sich von vormals 16,9 auf jetzt 17,4 Prozent. Die Anzahl der Neukunden sei um über 54 Prozent auf 8800 gestiegen.

62 Millionen Euro

Während der Krise sei das Vertrauen der Kunden zur Vorarlberger Raiffeisenbankengruppe gewachsen, so Hopfner. Man schätze den Wert einer nachhaltigen und verlässlichen Regionalbank. Das gilt offenbar auch in die andere Richtung. Denn die Vorarlberger Raiffeisenbankengruppe habe in den vergangenen Monaten bei rund 5000 Kreditkonten Stundungen im Ausmaß von etwa 62 Millionen Euro vorgenommen. 80 Prozent dieser Stundungen seien völlig freiwillig ohne gesetzliche Verpflichtung gewährt worden. „Die Pandemie verlangt den heimischen Betrieben und ihren Mitarbeitenden eine ungemeine Kraftanstrengung ab“, betont Michael Alge, Vorstandsvorsitzender-Stellvertreter der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg. „Die Robustheit der Wirtschaft, die vielen innovativen Unternehmen und nicht zuletzt die medizinischen Fortschritte in der Bekämpfung der Pandemie stimmen uns jedoch zuversichtlich.“

Mitarbeiterzuwachs

Mitarbeiterzuwachs. Die Raiffeisenbanken beschäftigten in Vorarlberg im Vorjahr mehr als 1260 Mitarbeiter. Das ist ein Zuwachs um 3,3 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr.

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