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Corona-Infizierter gefährdete Ärzte

04.05.2021 • 19:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Schuldspruch erfolgte wegen der Vergehen der vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Der Schuldspruch erfolgte wegen der Vergehen der vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Symbolbild/Hartinger

Zug gefahren und als Patient Corona-Erkrankung verschwiegen.

Das Verhalten des Angeklagten sei unverantwortlich gewesen, sagte Richter Georg Furtschegger. Denn er habe als Covid-19-Kranker andere Menschen in ­Gefahr gebracht, sich ebenfalls mit dem Coronavirus zu infizieren.
Gefährdet habe er vor allem medizinisches Personal, das seit einem Jahr in besonderem Maße gegen die Pandemie ankämpfe.

Vergehen der vorsätzlichen Gefährdung

Der Strafrichter des Landesgerichts Feldkirch verurteilte am Dienstag den mit zwölf Vorstrafen belasteten Leasingarbeiter zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von sieben Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1920 Euro (480 Tagessätze zu je 4 Euro).

Der Schuldspruch erfolgte wegen der Vergehen der vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig. Denn er ist ohne Verteidiger zur Hauptverhandlung erschienen, zudem nahm die Staatsanwältin drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht umgerechnet 15 Monaten Haft. Weil der Angeklagte großteils geständig und zur Tatzeit alkoholisiert gewesen sei, habe die Haftstrafe trotz der hohen Sozialschädlichkeit der Straftaten bedingt nachgesehen werden können, merkte Richter Furtschegger an.

Gegen Quarantäne verstoßen

Der Angeklagte hielt sich am 2. Dezember 2020 in der Öffentlichkeit auf, obwohl die Bezirks­hauptmannschaft Feldkirch mit ihrem Absonderungsbescheid den Corona-Infizierten zumindest bis 5. Dezember 2020 unter Heimquarantäne gestellt hatte. Der 39-Jährige fuhr für den Besuch eines Kollegen mit dem Zug von Altach nach Bregenz und zurück und gefährdete dabei nach den gerichtlichen Feststellungen andere Zugreisende.

Danach stürzte der Alkoholisierte in Altach. Er verletzte sich dabei, zumal er schon mit einem früher erlittenen Wirbelbruch belastet war. Ein Rettungseinsatz mit einem Notarzt wurde notwendig. Der Patient wurde ins Landeskrankenhaus Hohenems gebracht. Dabei verschwieg der ledige Mann seine Corona-Infektion und nahm mehrfach seine Corona-Schutzmaske herunter.

Selbst als er gefragt wurde, ob er Corona habe, informierte der Erkrankte das medizinische Personal nicht über seine Infektion. Er habe sich wegen seiner Alkoholisierung dumm verhalten, sagte der Angeklagte vor Gericht. Es tue ihm leid, dass er die Gesundheit von anderen Menschen in Gefahr gebracht habe.

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