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Hund geschlagen: Ehepaar verurteilt

18.05.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Klaus Hartinger

Geldstrafen für Pensionisten, die laut Urteil Hund misshandelt haben.

Der 72-jährige Pensionist hat nach Ansicht des Richters seinen Hund zwischen 2019 und Juli 2020 bei vier Vorfällen geschlagen. Seine 67-jährige Gattin hat nach den gerichtlichen Feststellungen den Mischlingshund bei drei Zwischenfällen mit Schlägen misshandelt. Das trug dem unbescholtenen Ehepaar aus dem Bezirk Bludenz am Dienstag am Landesgericht Feldkirch Schuldsprüche wegen der Vergehen der Tierquälerei ein.

Urteile nicht rechtskräftig

Dafür wurde der Erstangeklagte zu einer teilbedingten Geldstrafe von 3000 Euro (300 Tagessätze zu je zehn Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 1500 Euro. Über seine Ehefrau wurde eine Geldstrafe von 1040 Euro (260 Tagessätze à vier Euro) verhängt, davon 520 Euro unbedingt. Die mögliche Höchststrafe wäre zwei Jahre gewesen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Keine zusätzliche Tierquälerei

Verteidiger Felix Graf meldete sofort volle Berufungen an, Staatsanwältin Karin Dragosits nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Freigesprochen wurden die beiden Rentner vom zusätzlichen Tierquälerei-Vorwurf, sie hätten im Juli 2020 ihren Hund neben ihrer lauten Holzkreissäge angebunden und das Tier stundenlang der prallen Sommerhitze ausgesetzt. Dazu ging Richter Thomas Wallnöfer im Zweifel davon aus, dass der angeleinte Hund auch im Schatten unter einem Holzverschlag sitzen konnte.

Keine Verschwörung

Die Angeklagten bestritten die Tatvorwürfe und sagten, sie seien nicht schuldig. Verteidiger Graf beantragte Freisprüche für seine Mandanten. Der Anwalt meinte, Nachbarn in dem Mietshaus hätten als Zeugen die beschuldigten Mieter falsch belastet, um sie doch noch loszuwerden. Der Vermieter habe einen Räumungsprozess gegen das aus Ex-Jugoslawien stammende Ehepaar verloren.

Ein derartiges Komplott zu konstruieren, sei aberwitzig, erwiderte Staatsanwältin Dragosits. Auch Strafrichter Wallnöfer ging von keiner Verschwörung aus. Er hielt die Belastungszeugen für glaubwürdig.

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