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Drogenhaus: 30 statt sieben Monate Haft

19.05.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sie halfen Drogenbande bei Erzeugung von 32 Kilo Marihuana in dafür gemietetem Haus. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Sie halfen Drogenbande bei Erzeugung von 32 Kilo Marihuana in dafür gemietetem Haus. Klaus Hartinger

Berufungsgericht erhöhte Haftstrafen für zwei Frauen drastisch.

Eine Vorarlberger Drogenbande mietete für den im großen Stil und professionell erfolgten Anbau von Cannabis drei Häuser an. Zwei weibliche Mitglieder der Bande wurden im Februar am Landesgericht Feldkirch wegen der Verbrechen des Suchgifthandels schuldig gesprochen.

Für ihre Mitwirkung an der Erzeugung von 32 Kilogramm Marihuana im Wert von 320.000 Euro im Keller eines eigens dafür angemieteten Hauses in Nüziders wurden die beiden unbescholtenen Frauen im Alter von 28 und 29 Jahren in erster Instanz jeweils zu einer Haftstrafe von 21 Monaten verurteilt. Davon betrug der unbedingte, zu verbüßende Teil je sieben Monate. 14 Haftmonate wurden auf Bewährung bedingt nachgesehen.

Mit Erfolg bekämpft

Die vom Schöffensenat gewährten milden Strafen wurden von der Staatsanwaltschaft Feldkirch mit Erfolg bekämpft. Bei der Berufungsverhandlung am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) wurden die Haftstrafen jetzt drastisch erhöht. Für jede der angeklagten jungen Frauen wurde die Sanktion rechtskräftig auf jeweils zweieinhalb Jahre Gefängnis angehoben. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Die zu verbüßenden Freiheitsstrafen wurden damit gegenüber dem Ersturteil gleich um je 23 Monate erhöht.

Noch kein Urteil für Bandenbosse

Noch nicht entschieden wurde in zweiter Instanz über die Urteile gegen die zwei mutmaßlichen Bandenbosse. Der 34-jährige, unbescholtene und geständige Erstangeklagte wurde im Februar am Landesgericht wegen der Erzeugung von 152 Kilogramm Marihuana und des Verkaufs von 147 Kilo zu neun Jahren Gefängnis verurteilt.

Über den 31-jährigen, unbescholtenen und geständigen Zweitangeklagten wurde eine Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren verhängt. Mit drei Jahren Haft kam der 44-jährige, unbescholtene und ebenfalls geständige Drittangeklagte für seine Mithilfe an der Erzeugung von 73 Kilogramm Cannabis davon. Der Strafrahmen betrug 1 bis 15 Jahre Gefängnis..

Mitwirken am Anbau

Die 29-jährige Mieterin des Dornbirner Drogenhauses kam am Landesgericht im Jänner für ihr Mitwirken am Anbau von 45 Kilogramm Marihuana im Wert von 450.000 Euro rechtskräftig mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren davon. Der unbedingte, zu verbüßende Teil macht nur ein Jahr Gefängnis aus.

81 Gramm Marihuana

Im Haus in Lustenau wurden 81 Kilogramm Marihuana angebaut. Dafür mitverantwortlich sind nach Darstellung der Staatsanwaltschaft die beiden Mieter des Hauses. Der Schöffenprozess gegen das Liebespaar wurde im Mai vertagt.

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