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Gütliche Einigung im Mobbingprozess

21.05.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit dem gerichtlichen Vergleich wurden am Freitag am Landesgericht Feldkirch gleich zwei Arbeitsprozesse ohne Urteil sofort beendet. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Mit dem gerichtlichen Vergleich wurden am Freitag am Landesgericht Feldkirch gleich zwei Arbeitsprozesse ohne Urteil sofort beendet. Symbolbild/Hartinger

Firma zahlt Ex-Mitarbeiterin 5000 Euro, weil sie sich gemobbt fühlte.

Mit dem gerichtlichen Vergleich wurden am Freitag am Landesgericht Feldkirch gleich zwei Arbeitsprozesse ohne Urteil sofort beendet. Die gütliche Einigung sieht vor, dass das beklagte Unterländer Unternehmen seiner klagenden Ex-Mitarbeiterin 5000 Euro bezahlt. Der Kompromiss wurde zur Einholung der Zustimmung der Rechtsschutzversicherung der Klägerin bedingt abgeschlossen und kann noch widerrufen und damit für ungültig erklärt werden.

Zweifach angeklagt

Die Frau hatte ihren ehemaligen Arbeitgeber gleich zwei Mal geklagt. Zum einen, weil sie ihre Dienstgeberkündigung bekämpft hat. Zum anderen, weil sie sich von damaligen Arbeitskollegen gemobbt fühlte. Ihrer Ansicht nach hat der Arbeitgeber zu wenig gegen das Mobbing am Arbeitsplatz unternommen.
Allein im Mobbingprozess forderte die Klägerin 13.500 Euro und die Haftung des Unternehmens für allfällige künftige psychische Schäden. Am Freitag sollte im Gerichtssaal über die Kündigungsanfechtung verhandelt worden.

Arbeitsrichter Gabriel Rüdisser regte gleich zu Beginn der Tagsatzung Vergleichsgespräche über beide Gerichtsverfahren an. Dabei einigten sich die Streitparteien schon nach wenigen Minuten. Zuerst verringerte die klagende Partei ihre Forderung auf 10.000 Euro und dann auf 6000. Die beklagte Partei bot zunächst 4000 Euro an und dann 5000.

Kein Schuldeingeständnis

Der Geschäftsführer des beklagten Unternehmens sagte, die vereinbarte Zahlung sei kein Schuldeingeständnis. Er wolle sich mit der raschen Beendigung der beiden Gerichtsverfahren nur Zeit, Nerven und Geld sparen. Der Geschäftsführer merkte an, ein weiterhin beschäftigter Arbeitnehmer sei wegen der Vorfälle psychisch angeschlagen.

Die klagende Ex-Mitarbeiterin ergänzte, es gebe eine weitere Arbeitnehmerin, die wegen des Mobbings am Arbeitsplatz einen Nervenzusammenbruch erlitten habe. Sie lobte aber den Geschäftsführer: Er sei ein hervorragender Chef gewesen.

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