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Nun mildere Strafe nach Drogenunfall

21.05.2021 • 20:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei der Berufungsverhandlung am Landesgericht Feldkirch wurde die Geldstrafe nun von 400 Euro um 240 Euro herabgesetzt. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Bei der Berufungsverhandlung am Landesgericht Feldkirch wurde die Geldstrafe nun von 400 Euro um 240 Euro herabgesetzt. Symbolbild/Hartinger

Geldstrafe herabgesetzt, weil mit Marihuana berauschter Lenker bei der Tat erst 18 war.

Der 18-jährige Unfallverursacher wurde lebensgefährlich verletzt. Unter Drogeneinfluss überfuhr der Führerscheinneuling am 8. März 2020 auf der Faschinastraße in Fontanella im Stutztobeltunnel die Sperrlinie.
Sein Auto prallte daraufhin auf der Gegenfahrbahn gegen einen entgegenkommenden Linienbus. Der Pkw wurde gegen die Tunnelwand geschleudert. Im Bus befanden sich der Lenker und ein Fahrgast, sie blieben bei dem Unfall unverletzt.

Urteil wegen Gefährdung

Der junge Autofahrer musste von der Feuerwehr aus seinem Wrack befreit und ins Landeskrankenhaus Feldkirch eingeliefert werden. Der 18-Jährige hat den Unfall überlebt, leidet aber noch an den Folgen der Kollision.

Angeklagt und verurteilt wurde der mittlerweile 19-Jährige wegen des Vergehens der Gefährdung der körperlichen Sicherheit. Weil er beeinträchtigt durch den Konsum von Marihuana mit dem von ihm verur­sachten Verkehrsunfall im Tunnel die Insassen im Linienbus in Gefahr gebracht hat.

Dafür wurde der unbescholtene Angeklagte in erster Instanz am Bezirksgericht Bludenz zu einer Geldstrafe von 400 Euro (100 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Monate Gefängnis gewesen.

Geldstrafe herabgesetzt

Bei der Berufungsverhandlung am Landesgericht Feldkirch wurde die Geldstrafe nun herabgesetzt. Der Berufungssenat unter dem Vorsitz von Landesgerichtspräsidentin Angelika Prechtl-Marte legte die Sanktion rechtskräftig mit 320 Euro (80 Tagessätze à vier Euro) fest. Davon beträgt der unbedingte Teil 160 Euro. Die zu bezahlende Geldstrafe wurde in zweiter Instanz also um 240 Euro verringert.

Die deutliche Reduzierung der Geldstrafe begründete Richterin Prechtl-Marte damit, dass das Erstgericht den Milderungsgrund nicht berücksichtigt habe, dass es sich beim Angeklagten um einen jungen Erwachsenen handelt. Als junge Erwachsene gelten Beschuldigte zwischen 18 und 20 Jahren.

Vorstrafe

Verteidiger Clemens Haller beantragte in der Berufungsverhandlung vergeblich eine Diversion mit einer Geldbuße, um seinem Mandanten eine Vorstrafe zu ersparen. Eine Diversion genüge nicht, erwiderte Prechtl-Marte. Weil nach der Rechtsprechung ein Verkehrsunfall im Drogenrausch einen hohen sozialen Störwert habe.

Der Leitende Staatsanwalt Wilfried Siegele meinte, die Geldstrafe sei schon in erster Instanz gering ausgefallen. Der Pkw-Lenker habe Glück gehabt, dass das entgegenkommende Fahrzeug kein Auto gewesen sei.