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„Wir brauchen Bienen – und sie brauchen uns!“

21.05.2021 • 09:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Zum Welttag der Bienen informierten Land, Imkerverband und Landwirtschaftskammer gestern über die enorme Bedeutung der fleißigen Helfer für das Ländle. <span class="copyright">Stiplovsek Dietmar</span>
Zum Welttag der Bienen informierten Land, Imkerverband und Landwirtschaftskammer gestern über die enorme Bedeutung der fleißigen Helfer für das Ländle. Stiplovsek Dietmar

Die enorme Bedeutung der fleißigen Helfer für das Ländle.

Kaum ein Tier begleitet die Menschen so lange wie die Bienen. So haben die fleißigen Flieger auch eine enorme Bedeutung für unsere Biodiversität und Ernährungssicherheit. Immerhin sind knapp 80 Prozent der Kulturpflanzen auf die Bestäubung von Honigbienen angewiesen.

Bewusstsein schaffen

Aus diesem Grund nahmen das Land, die Landwirtschaftskammer Vorarlberg sowie der Vorarlberger Imkerverband den gestrigen, alljährlichen Weltbienentag zum Anlass, die Bevölkerung über die Zukunft und Bedeutung der Bienen im Ländle aufzuklären.

Kaum ein Tier begleitet die Menschen so lange wie die Bienen.<span class="copyright"> Stiplovsek Dietmar</span>
Kaum ein Tier begleitet die Menschen so lange wie die Bienen. Stiplovsek Dietmar

„Gemeinsam möchten wir das Bewusstsein für die Bedeutung der Bienen und der Bienenzucht schärfen. Imkerinnen und Imker in Vorarlberg leisten mit ihren Bienenvölkern einen unverzichtbaren Beitrag zur vielfältigen Kulturlandschaft und sichern auch landwirtschaftliche Erträge“, erklärte Landesrat Christian Gantner im Zuge der gestrigen Pressekonferenz.

Spitzenreiter

Als erfreulich erachtet der Landwirtschaftslandesrat die Tatsache, dass immerhin über 90 Prozent der heimischen Bauern und Bäuerinnen am Österreichischen Agrarumweltprogramm ÖPUL mitwirken. „Damit sind wir bundesweiter Spitzenreiter“, weiß auch der Vorarlberger Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger.

Erfreulich erachtet der Landwirtschaftslandesrat die Tatsache, dass immerhin über 90 Prozent der heimischen Bauern und Bäuerinnen am Österreichischen Agrarumweltprogramm ÖPUL mitwirken. <br><span class="copyright">Stiplovsek Dietmar</span>
Erfreulich erachtet der Landwirtschaftslandesrat die Tatsache, dass immerhin über 90 Prozent der heimischen Bauern und Bäuerinnen am Österreichischen Agrarumweltprogramm ÖPUL mitwirken.
Stiplovsek Dietmar

„Im Rahmen dessen werden – je nach Maßnahme – Biodiversitätsflächen mit verschiedensten, bienenblütigen Pflanzenarten angeboten, Betriebsmittel eingeschränkt, Nützlinge eingesetzt, Bodenschutz betrieben und vieles mehr. Wäre ich eine Biene, würde ich somit in Vorarlberg geboren werden wollen“, scherzte Moosbrugger.

Blühstreifen

„In Vorarlberg funktioniert das Zusammenwirken von Bienen und Bauern bestens, beide Seiten profitieren maßgeblich voneinander“, erklärte der Vorarlberger Landwirtschaftskammerpräsident weiter.

„In Vorarlberg funktioniert das Zusammenwirken von Bienen und Bauern bestens, beide Seiten profitieren maßgeblich voneinander“, erklärt Moosbrugger. <span class="copyright">Stiplovsek Dietmar</span>
„In Vorarlberg funktioniert das Zusammenwirken von Bienen und Bauern bestens, beide Seiten profitieren maßgeblich voneinander“, erklärt Moosbrugger. Stiplovsek Dietmar

„Den Bienen und Insekten kommt zugute, dass die Bäuerinnen und Bauern die Landschaft offen halten und Wiesen, Felder und Alpen mit attraktiven Futterpflanzen anbieten. Gleichzeitig profitieren auch die Bäuerinnen und Bauern von ihren geflügelten Mitarbeitern, denn diese bestäuben Obst und Gemüsepflanzen.“

Klimaschutz

Um den fliegenden Helfern ein kontinuierliches gutes Nahrungsangebot bieten zu können, bedarf es Blühstreifen entlang der Felder und Biodiversitätsflächen, wie Landesrat Gantner erklärte. „Im Zuge der Reform der gemeinsamen EU-Agrarpolitik sollen diese Naturschutz-Leistungen ausgebaut und gleichzeitig allen Bäuerinnen und Bauern weiterhin attraktive Anreize auf freiwilliger Basis angeboten werden“, ergänzte Moosbrugger.

„Im Zuge der Reform der gemeinsamen EU-Agrarpolitik sollen diese Naturschutz-Leistungen ausgebaut und gleichzeitig allen Bäuerinnen und Bauern weiterhin attraktive Anreize auf freiwilliger Basis angeboten werden“, ergänzt Moosbrugger. <span class="copyright">Stiplovsek Dietmar</span>
„Im Zuge der Reform der gemeinsamen EU-Agrarpolitik sollen diese Naturschutz-Leistungen ausgebaut und gleichzeitig allen Bäuerinnen und Bauern weiterhin attraktive Anreize auf freiwilliger Basis angeboten werden“, ergänzt Moosbrugger. Stiplovsek Dietmar

Hierfür wurden bereits konkrete Ansätze geschaffen, etwa durch ein besseres Abgelten von Streuobstbäumen. Dabei müsse jedoch zusätzlich berücksich­tigt werden, auch weiterhin die Versorgung der Bevölkerung mit Qualitätslebensmitteln sicherzustellen, „denn wir haben ja nicht nur Insekten, sondern auch andere Tiere und uns Menschen zu ernähren“.
Außerdem sei die regionale Vorgehensweise ein wichtiger Faktor in den Bereichen Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Grünlandwirtschaft

„Unter dem Motto ‚Schützen durch nützen‘, das auch dem neuen ‚Biodiversitäts- und Klimaprogramm 2030‘ von Landwirtschaftskammer und Bauernbund voransteht, erreichen wir Naturschutz und Qualitätslandwirtschaft im Einklang“, erklärte Moosbrugger, der als zu erstrebendes Beispiel die abgestufte Grünlandwirtschaft präsentierte. Dabei werden manche Wiesen bewusst seltener gemäht, um attraktive Futterangebote für Insekten darzustellen, andere werden häufiger geschnitten, um gehaltvolles Grünfutter zu erzeugen, das wiederum der regionalen Eiweißversorgung nützt.

„Unter dem Motto ‚Schützen durch nützen‘, das auch dem neuen ‚Biodiversitäts- und Klimaprogramm 2030‘ von Landwirtschaftskammer und Bauernbund voransteht, erreichen wir Naturschutz und Qualitätslandwirtschaft im Einklang“, erklärte Moosbrugger.<span class="copyright"> Stiplovsek Dietmar</span>
„Unter dem Motto ‚Schützen durch nützen‘, das auch dem neuen ‚Biodiversitäts- und Klimaprogramm 2030‘ von Landwirtschaftskammer und Bauernbund voransteht, erreichen wir Naturschutz und Qualitätslandwirtschaft im Einklang“, erklärte Moosbrugger. Stiplovsek Dietmar

„Wir als Bäuerinnen und Bauern geben unser Bestes, um die mannigfaltige Lebensvielfalt, wozu auch Bienen zählen, für kommende Generationen zu bewahren. Ich möchte aber an alle Vorarlbergerinnen und Vorarlberger appellieren, sich nicht nur auf unsere Höfe zu verlassen, sondern selbst aktiv mitzuhelfen und im eigenen Bereich Lebensräume für unsere fliegenden und krabbelnden Partner zu schaffen“, appelliert der LK-Präsident abschließend.