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Therapie nach Attacke im Vollrausch

08.06.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
40-Jähriger musste sich vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten. <span class="copyright">symbolfoto Hartinger</span>
40-Jähriger musste sich vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten. symbolfoto Hartinger

Geldstrafe und bedingte Haftstrafe für Alkohol- und Drogenabhängigen.

Im Vollrausch hat der 40-Jährige nach den gerichtlichen Feststellungen in einer Bregenzer Bar mit einem Messer auf den 24-jährigen Türsteher und einen Lokalgast eingestochen und sie dabei leicht verletzt. Dafür wurde der unbescholtene Angeklagte am Landesgericht Feldkirch wegen der Begehung von Straftaten im Zustand voller Berauschung schuldig gesprochen. Der Arbeitslose wurde zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von sechs Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1440 Euro (360 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Zudem wurde der von Alkohol und Haschisch abhängige Nordafrikaner bedingt in eine Anstalt für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil ist rechtskräftig. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht einem Jahr Gefängnis.

Psychiater empfiehlt Therapie.

Die Einweisung wurde unter der Auflage auf Bewährung bedingt nachgesehen, dass der süchtige Mann sich acht Wochen lang stationär behandeln lässt und danach ambulant. Richter Andreas Böhler folgte damit der Empfehlung des psychiatrischen Gutachters Reinhard Haller. Der Sachverständige meinte, die Chance auf einen erfolgreichen Entzug betrage ohne stationäre Behandlung nur zwei Prozent. Verteidigerin Natalie König-Bechter hatte beantragt, ihrem Mandanten nur eine ambulante Therapie vorzuschreiben. Richter Böhler merkte aber an, dem Angeklagten sei es zumutbar, sich für zwei Monate von seiner Ehefrau und seinem Hund zu trennen. Als Schadenersatz hat der Verurteilte dem leicht verletzten Türsteher, dessen Kleidung bei dem Messerangriff beschädigt wurde, 1840 Euro zukommen zu lassen. Hätte der Täter keinen Vollrausch gehabt, wären seine Taten als versuchte schwere Körperverletzung mit einem Strafrahmen von sechs Monaten bis fünf Jahren Gefängnis und nicht nur mit einer Strafdrohung von bis zu drei Jahren Haft geahndet worden.

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