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Straßenraub: Nun fünf und vier Jahre Haft

10.06.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Schuldsprüche fielen im Oktober 2020 am Landegericht Feldkirch. <span class="copyright">hartinger</span>
Die Schuldsprüche fielen im Oktober 2020 am Landegericht Feldkirch. hartinger

Zwei Vorbestrafte raubten in Hard mit Messer Casino-Gewinner aus.

In einem Online-Spielcasino hat der 23-Jährige nach eigenen Angaben 32.000 Euro gewonnen. Deshalb ist der Student nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Feldkirch am 24. April 2020 in Hard am Nachmittag auf der Straße Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls geworden. Dabei wurden dem Fußgänger nach Überzeugung der Strafrichter mit vorgehaltenem Taschenmesser 30 Euro und seine 2200 Euro teure Armbanduhr gewaltsam weggenommen.

Verurteilungen

Wegen schweren Raubes wurden die beiden vorbestraften Angeklagten im Alter von 25 und 29 Jahren im Oktober 2020 am Landesgericht Feldkirch jeweils zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Beim 25-jährigen Erst­angeklagen, der aus der Dominikanischen Republik stammt, kamen sechs Haftmonate aus einer offenen einschlägigen Vorstrafe hinzu. Damit machte die Gesamtstrafe für ihn fünf Jahre Haft aus. Der Strafrahmen betrug ein bis 15 Jahre Gefängnis.
Der Schuldspruch wurde schon im März rechtskräftig. Denn der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien hat damals die Nichtigkeitsbeschwerden der beiden Angeklagten zurückgewiesen.

Anhehoben und verringert.

Über die Strafberufungen der Angeklagten und der Staatsanwaltschaft hat nun das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) entschieden. Die Berufungsrichter haben die Strafe für den mit vier Vorstrafen belasteten 25-Jährigen um ein halbes Jahr auf fünf Jahre Gefängnis angehoben. Das weitere halbe Jahr aus der Vorstrafe wurde bestätigt. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Damit beläuft sich die Gesamtstrafe für den Erstangeklagten nunmehr auf fünfeinhalb Jahre Haft.

Beim 29-jährigen Zweitangeklagten hingegen, der drei Vorstrafen hat, wurde in zweiter Instanz das Strafmaß um ein halbes Jahr auf vier Jahre Gefängnis verringert, wie OLG-Vizepräsident Zimmermann berichtete. Die Urteile sind nun rechtskräftig. Für die Richter waren die Angaben des mutmaßlichen Opfers glaubwürdig. Der Zeuge sagte, die beiden Angeklagten hätten an seiner Wohnungstür geklingelt. Auf der Straße habe ihm der türkischstämmige Zweitangeklagte ein Messer an den Rücken gehalten. Dann seien ihm die Geldtasche und die Armbanduhr weggerissen worden.

Vergeblicher Versuch.

Die beiden Verteidiger beantragten vergeblich eine Verurteilung lediglich wegen Nötigung mit einer Strafdrohung von bis zu einem Jahr Haft. Denn ihre Mandanten hätten bloß Schulden für einen 22-Jährigen eingetrieben und sich damit nicht bereichert.