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Angeklagter leugnete trotz DNA am Tatort

15.06.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Richter war aber von seiner Schuld überzeugt. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Richter war aber von seiner Schuld überzeugt. Klaus Hartinger

Zehn Monate für Vorbestraften wegen Einbruchs.

Bei einem Einbruch in ein Gastlokal im Montafon wurden 5100 Euro gestohlen. Am Tatort stellte die Polizei DNA-Spuren des Angeklagten sicher. Der 58-Jährige bestritt den Tatvorwurf. Er sei an dem Einbruchsdiebstahl nicht beteiligt gewesen, sagte der einschlägig Vorbestrafte. Er sei noch gar nie im Montafon gewesen. Dass seine DNA-Spuren gefunden wurden, erklärte der Mann so: Ein Bekannter, den er für tatverdächtig halte, müsse wohl einmal bei einem Besuch Kleidungsstücke von ihm berührt haben.

Gerichtsmedizinisches Gutachten

Richter Martin Mitteregger führte am Landesgericht Feldkirch drei Verhandlungen durch, befragte mehrere Zeugen und holte ein gerichtsmedizinisches Gutachten ein. Letztlich war der Strafrichter von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Er verurteilte den einschlägig Vorbestraften wegen des Vergehens des schweren Diebstahls durch Einbruch zu zehn Monaten Gefängnis. Zudem hat er als Schadenersatz mehr als 10.000 Euro zu leisten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte meldete volle Berufung an. Nun wird in zweiter Instanz das Oberlandesgericht Innsbruck rechtskräftig entscheiden. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen.

Weitere zehn Haftmonate aus einer offenen Vorstrafe wegen schwerer Körperverletzung aus dem Jahr 2019 werden nicht vollzogen. Denn eine Gesamtstrafe von 20 Monaten Gefängnis wäre zu streng gewesen, sagte Richter Mitteregger in seiner Urteilsbegründung.

Beim Jüngsten Gericht

Der mehrfach Vorbestrafte wurde zum ersten Mal zu einer unbedingten, zu verbüßenden Freiheitsstrafe verurteilt. „Muss ich ins Gefängnis?“, fragte er. „Ja“, nach dem derzeitigen Stand schon, aber sein Urteil werde in zweiter Instanz überprüft, antwortete Mitter­egger. „Gibt es irgendwo Gerechtigkeit?“, wollte der Angeklagte wissen. Spätestens im Himmel werde der Angeklagte beim Jüngsten Gericht Gerechtigkeit erfahren, meinte der Richter.

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