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Taktschiebeverfahren über den Rhein

16.06.2021 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rheinbrücke Hard-Fußach. <span class="copyright">Lerch</span>
Rheinbrücke Hard-Fußach. Lerch

Ende September soll das Ufer in Hard erreicht sein.


Stück für Stück wächst die neue Brücke seit Ende des vergangenen Jahres von Fußach nach Hard. Am vergangenen Dienstag wurden die ersten beiden Stahlhohlkästen, wie die bis zu 90 Tonnen schweren Brückenträger in der Fachsprache genannt werden, über den Rhein geschoben. Ende September soll das Ufer in Hard erreicht sein, anschließend wird die Fahrbahnplatte aufgebracht. Die Fertigstellung ist für Ende 2022 anvisiert. Dann wird die alte Brücke abgebrochen, was wiederum etwa ein Jahr in Anspruch nehmen wird.
Dass die errechneten Baukosten von 70 Millionen Euro gehalten eingehalten werden können, darf bezweifelt werden – schließlich hat sich der Stahlpreis seit der Vergabe um 39 Prozent erhöht. 12,45 Millionen Euro werden jedenfalls aus Bundesmitteln des Schutzwasserbaus der Republik Österreich bereitgestellt, den Rest trägt das Land.

Landesrat Marco Tittler. <span class="copyright">Hartinger</span>
Landesrat Marco Tittler. Hartinger

Erfreulich ist, dass der Verkehr während der gesamten Baudurchführung auf der alten Brücke aufrechterhalten werden kann.

Marco Tittler, Landesrat

Zwei Fahrbahnen, eine Busspur, Fuß- und Radwege.

Die Dimensionen der neuen Rheinbrücke sind für Vorarlberger Verhältnisse gewaltig. Das Bauwerk erreicht eine Länge von 255,4 Metern. Das Gesamtgewicht beträgt 12.000 Tonnen. Auf einer Breite von exakt 24,37 Metern wird die neue Brücke zwei Fahrstreifen, eine eigene Busspur sowie beidseitige Geh- und Radwege umfassen. Die Rheinbrücke Hard-Fußach ist eine der am stärksten frequentierten Brücken. 15.000 Autos und 4500 Radfahrer überqueren täglich die Brücke. „Der Neubau ermöglicht es uns, diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden und diese wichtige Verkehrsader leistungsfähiger zu machen. Damit sind wir für die verkehrlichen Entwicklungen der nächsten Jahrzehnte gerüstet“, teilte Landesrat Marco Tittler bei einer Baustellenbesichtigung mit. Besonders erfreulich sei, dass der Verkehr während der gesamten Baudurchführung auf der alten Brücke aufrechterhalten werden kann.

Rheinbrücke Hard-Fußach. <span class="copyright">Lerch</span>
Rheinbrücke Hard-Fußach. Lerch

Info-Container

Für interessierte Bürger hat das Land bei der Baustelle in Fußach einen Info-Container mit einer Sonderausstellung eingerichtet. Zudem wurde eine Broschüre erarbeitet, die über das Projekt informiert. Neben den technischen Details bekommen die Besucher Einblicke in die Geschichte der Brücke. Auch die außergewöhnliche Naturvielfalt des Rheindeltas, die rund um die Rheinbrücke zu finden ist, sowie Informationen zur Renaturierung nach Fertigstellung der Bauarbeiten im Rheinvorland sind Thema der Ausstellung. Coronabedingt kann der Info-Container derzeit nur mit Voranmeldung betreten werden.
Informieren kann man sich aber auch auf der anderen Seite des Rheins, nämlich beim Museum Rhein-Schauen in Lustenau. Bevor die Trasse der Museumsbahn zwischen Oktober 2021 und Jänner 2022 temporär gesperrt wird, sind wöchentliche Sonderfahrten mit der Museumsbahn zur Rheinbrücke ge­plant. Im Museum ist ab Anfang Juli dieselbe Sonderausstellung zur Brücke wie im Informationscontainer zu sehen.

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