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Sekretärin der Schule zweigte 13.000 Euro ab

16.06.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagte bekämpft das Urteil. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Die Angeklagte bekämpft das Urteil. Klaus Hartinger

Geldstrafe für 59-Jährige, die Kopiergeld veruntreut haben soll.

Die damalige Sekretärin eines Bregenzer Gymnasiums hat nach den gerichtlichen Feststellungen zwischen 2018 und 2020 insgesamt 13.000 Euro an Bargeld veruntreut. Dafür wurde die unbescholtene Angeklagte am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Geldstrafe von 2520 Euro (420 Tagessätze zu je 6 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 1680 Euro. Der Rest wurde für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen.

Das Urteil von Richter Georg Furtschegger ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Bertram Grass meldete sofort volle Berufung an, Staatsanwalt Markus Fußenegger Strafberufung. Nun wird in zweiter Instanz das Oberlandesgericht Feldkirch entscheiden. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet sieben Monaten Haft.

Massiv verschuldet

Nach Ansicht des Richters hat die seinerzeitige Schulsekretärin 9700 Euro an Kopiergebühren, 2400 Euro für Theaterbesuche sowie je 400 Euro für ÖBB-Tickets und Schülernachhilfe nicht auf Konten des Bundes überwiesen, sondern privat verbraucht. Die 59-jährige Frau war, so der Strafrichter in seiner Urteilsbegründung, finanziell massiv verschuldet. Das nicht nur deshalb, weil sie um 18.000 Euro Waren bestellt habe.

Erschwerend gewertet wurde unter anderem, dass die Angeklagte als Schulsekretärin ihre Vertrauensstellung ausgenützt habe.
Angeklagt hatte Staatsanwalt Fußenegger sogar eine veruntreute Summe von 17.800 Euro und einen Tatzeitraum von 2013 bis 2020. Strafrichter Furtschegger war aber nicht überzeugt davon, dass die Angeklagte auch Parkkartengebühren von Lehrern abgezweigt hat.

Freispruch beantragt

Die Angeklagte bestritt alle Tatvorwürfe und sagte, sie habe kein Geld aus der Schule veruntreut. Verteidiger Grass beantragte einen Freispruch, weil es für die Schuld seiner Mandantin keinerlei Beweise gebe.
Die Schulsekretärin wurde 2020 wegen des Verdachts der Veruntreuung von 9700 Euro an Kopiergebühren entlassen. Sie hat ihre Entlassung am Landesgericht in einem Arbeitsprozess gegen die Republik Österreich angefochten. Das arbeitsgerichtliche Verfahren endete mit einem gerichtlichen Vergleich.

Demnach wurde die Entlassung nachträglich in eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnissses umgewandelt. Als Abgangsentschädigung bezahlte der Staat der Klägerin 21.000 Euro.