Lokal

AK-Studie plädiert für gratis Kindergarten

21.06.2021 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eva Häfele und Hubert Hämmerle präsentierten die Studie. <span class="copyright">Jürgen Gorbach</span>
Eva Häfele und Hubert Hämmerle präsentierten die Studie. Jürgen Gorbach

Studie der Arbeiterkammer beschäftigt sich mit dem Thema Kindeswohl.

Die Arbeiterkammer Vorarl­berg hat eine Studie zum Kindeswohl in den ersten sechs Lebensjahren präsentiert.Dadurch möchte man „den Kindern eine Stimme geben“, so AK-Präsident Hubert Hämmerle. Für die Forschungsarbeit wurde die renommierte Sozialwissenschafterin Eva Häfele gewonnen. Bislang sei der Schwerpunkt zum Thema Kinderbetreuung überwiegend auf ökonomischen oder arbeitsmarktbezogenen Faktoren gelegen, heißt es bei der AK. In den vergangenen Jahren wäre aber ein neuer stärkerer Fokus auf das Wohl des Kindes in Hinblick auf Chancengerechtigkeit, Kinderrechte, Kinderschutz und Wohlbefinden entstanden.

Für Häfele ist unabdingbar, dass sowohl auf gesetzlicher Ebene, als auch bei den Trägern der Kinderbetreuungseinrichtungen eine Konzentration auf das Wohl der Kinder stattfinden muss. Die Bedürfnisse der Kinder seien „untrennbar mit Diversität oder Vielfalt verknüpft“, ist Häfele überzeugt.

Erwartungen ans Land

Das sollte sich nach Meinung der AK auch im neuen Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetz, das noch heuer in Kraft treten soll, widerspiegeln: „Wir sind schon sehr gespannt, wie dieses Gesetz den Anspruch des Landes, chancenreichster Lebensraum zu sein, unterstützt und einen rechtlichen Rahmen gibt“, erklärt Hämmerle.

„Kinder können sich nicht aussuchen, in welche Familien sie hineingeboren werden.“

Hubert Hämmerle, AK-Präsident

Dem rechtlichen Konstrukt müsse ein inhaltlicher Bildungsplan folgen. Vom Bund fordert man eine Neuaufstellung der Ausbildung in der Elementarpädagogik und ein Studium für angehende Mitarbeiter von Kinderbetreuungseinrichtungen.

Sozial wenig treffsicher

Die bisherige soziale Staffelung der Kindergartentarife hat sich als wenig treffsicher erwiesen: Von über 15.000 Kindern in Vorarl­­berger Einrichtungen haben 2019 nur 327 von dieser Regelung profitiert. Eine angepasste Gestaltung der sozialen Staffelung sei daher ein weiterer wichtiger Schritt zur finanziellen Entlastung der Eltern. „Die soziale Staffelung sollte in den Kostenbeiträgen für die Mittagsverpflegung und für die Nachmittagsbetreuung in den elementarpädagogischen Einrichtungen berücksichtigt werden. Die Kosten dieser Angebote sind derzeit nicht sozial gestaffelt und viele Eltern können es sich nicht leisten, sie in Anspruch zu nehmen“, ­empfiehlt Häfele.

Der nächste konsequente Schritt wäre die Kostenfreiheit. „Damit würde die frühe Bildung für möglichst viele Familien finanziell leistbar und elementare Bildung wird tatsächlich zu einer anerkannten Säule des Bildungssystems“, sind sich AK-Präsident Hämmerle und Häfele einig.

Mehr Kooperation gefordert

Eine Empfehlung aus der Studie ist auch das Recht aller Kinder auf einen gesicherten Platz in einer Einrichtung und dies unabhängig vom Wohnort und der Erwerbstätigkeit der Eltern, Mutterschutz oder Karenz. Die Gemeinden seien hier gefordert, stärker zusammenzuarbeiten.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.