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Projekt Rhesi: Modellversuche in Dornbirn

30.06.2021 • 19:50 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sicherheitslandesrat Christian Gantner und Landeshauptmann Markus Wallner waren begeistert von den Modellversuchen. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Sicherheitslandesrat Christian Gantner und Landeshauptmann Markus Wallner waren begeistert von den Modellversuchen. Klaus Hartinger

Die Internationale Rheinregulierung informierte über den Stand von Projekt Rhesi.

in Anwesenheit des Vorarlberger Landeshauptmanns Markus Wallner und der St. Galler Regierungsrätin Susanne Hartmann informierte die Internationale Rheinregulierung gestern Nachmittag in der wasserbaulichen Versuchshalle in Dornbirn über den aktuellen Stand des Hochwasserschutzprojekts „Rhesi“.

Der neue Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen soll auf der künftig breitesten Stelle des Rheins – zwischen Oberriet und Koblach – liegen.<span class="copyright"> Klaus Hartinger</span>
Der neue Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen soll auf der künftig breitesten Stelle des Rheins – zwischen Oberriet und Koblach – liegen. Klaus Hartinger

Stand bisher die Engstelle des Alpenrheins zwischen Widnau und Höchst im Mittelpunkt, soll nun jedoch der Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen auf der künftig breitesten Stelle des Rheins – zwischen Oberriet und Koblach – liegen.

Fokus auf Trittsteinen

Das im Maßstab 1:50 gehaltene Modell ermöglicht eine Untersuchung der Entwicklungen der Flusssohle des Rheins. „Die hydraulischen Berechnungen, beispielsweise wo Sandbänke oder Eintiefungen entstehen, können überprüft werden. Außerdem werden die Belastungen, welche am Flussufer entstehen, analysiert“, erklärt Markus Mähr, Gesamtprojektleiter „Rhesi“, im Zuge des Presserundgangs die Funktion der Modellversuche.

Ziel der Umsetzung des Hochwasserschutzprojekts Rhesi sind insgesamt drei geplante Aufweitungen entlang des Rheins. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Ziel der Umsetzung des Hochwasserschutzprojekts Rhesi sind insgesamt drei geplante Aufweitungen entlang des Rheins. Klaus Hartinger

Ziel der Umsetzung des Hochwasserschutzprojekts „Rhesi“ sind insgesamt drei geplante Aufweitungen entlang des Rheins – sogenannte ökologische Trittsteine. „Diese Abschnitte kommen einem natürlichen Flusslauf am nächsten. Dort entsteht ein dynamischer Flussraum, wo sich Stillwasserzonen und Auwaldflächen entwickeln können“, ergänzt der Gesamtprojektleiter.

Modell im Maßstab 1 zu 50

Ein Beispiel: Bislang ist der Rhein in dem Abschnitt von Oberriet bis Koblach innerhalb des Mittelgerinnes durchschnittlich 70 Meter breit. Nach der Umsetzung des Projekts jedoch kann sich der Fluss hier auf eine Breite von bis zu 380 Metern ausdehnen. Dieser ökologische Trittstein lässt sich ebenso im Modell erkennen, wie etwa auch die Brücken zwischen Oberriet und Meiningen sowie Montlingen und Koblach. Selbst die Einmündung der Frutz wurde in dem riesigen Modell berücksichtigt.

Das Modell wurde im Maßstab 1 zu 50 angefertigt. Auch auf diverse Details wurde wert gelegt.<span class="copyright"> Klaus Hartinger</span>
Das Modell wurde im Maßstab 1 zu 50 angefertigt. Auch auf diverse Details wurde wert gelegt. Klaus Hartinger

„Derzeit laufen die letzten Untersuchungen im Rahmen der Detailplanung. Diese werden wir voraussichtlich Ende 2021 abgeschlossen haben“, betont Urs Kost, Vorsitzender der Gemeinsamen Rheinkommission.

Projekt Rhesi hat höchste Priorität

Auch der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner und die St. Galler Regierungsrätin und Vorsteherin des Baudepartements Susanne Hartmann nahmen den gestrigen Presserundgang zum Anlass, die wissenschaftlichen Modellversuche genauer unter die Lupe zu nehmen – und zeigten sich hellauf begeistert. „‚Rhesi‘ ist ein Jahrhundertprojekt und ein für die Zukunft unverzichtbares Sicherheitsvorhaben im Hochwasserschutz. Die Modellversuchshalle ist dabei ein enorm wichtiger Baustein in der Planung und Umsetzung“, erklärte der Landeshauptmann bestimmt.

V.r.: Auch der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner, Sicherheitslandesrat Christian Gantner und die St. Galler Regierungsrätin Susanne Hartmann nahmen die Modelle genau unter die Lupe. <span class="copyright">Klaus Hartinger </span>
V.r.: Auch der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner, Sicherheitslandesrat Christian Gantner und die St. Galler Regierungsrätin Susanne Hartmann nahmen die Modelle genau unter die Lupe. Klaus Hartinger

Hartmann ergänzt: „Das Rheintal ist in den letzten 100 Jahren wirtschaftlich stark gewachsen. Rund 300.000 Menschen leben hier. Mit der Verbesserung des Hochwasserschutzes tragen wir dieser Entwicklung Rechnung und können Hochwasserschäden in Höhe von rund zehn Milliarden Franken (Anm. d. Red.: knapp neun Milliarden Euro) verhindern.“

Zusammenarbeit geht weiter

Klar ist: Das Hochwasserschutzprojekt „Rhesi“ ist und bleibt voll und ganz ein Gemeinschaftsprojekt. So ist etwa die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich mit der Planung, Durchführung und Auswertung der Modellversuche beauftragt, die Analyse und Interpretation der Versuchs­ergebnisse obliegt jedoch einer enger Zusammenarbeit mit den Experten der Internationalen Rheinregulierung.
Übrigens werden parallel zu den Modellversuchen in Dornbirn außerdem noch kleinere Modellversuchsreihen zur Klärung verschiedener Detailfragen an der ETH in Zürich sowie der Technischen Universität Wien durchgeführt.

Auch im Modell veranschaulicht: die Brücken zwischen Oberriet (CH) und Meiningen (AT) sowie Montlingen (CH) und Koblach (AT). <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Auch im Modell veranschaulicht: die Brücken zwischen Oberriet (CH) und Meiningen (AT) sowie Montlingen (CH) und Koblach (AT). Klaus Hartinger

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