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Mitschülerin missbraucht: Keine Haft

01.07.2021 • 21:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der junge Mann enging einer unbedingten Haftstrafe. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der junge Mann enging einer unbedingten Haftstrafe. Hartinger

Geldstrafe und bedingte Haftstrafe: 15-Jähriger hatte Sex mit nicht ansprechbarer 16-Jährigen.

Bei seiner Geburtstagsfeier in seinem Elternhaus hat der damals 15-jährige Angeklagte aus dem Bezirk Feldkirch vor acht Jahren seine stark betrunkene Mitschülerin sexuell schwer missbraucht. Der Jugendliche hatte am 16. April 2013 Sex mit der aufgrund ihrer Alkoholisierung nicht mehr ansprechbaren 16-Jährigen. Das trug dem mittlerweile 23-jährigen Angeklagten am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen des Verbrechens des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person ein.
Dafür wurde der unbescholtene junge Mann mit dem sehr guten Einkommen zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von 18 Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 10.500 Euro (300 Tagessätze zu je 35 Euro) verurteilt.

Das milde Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Dietmar Nußbaumer, das der von German Bertsch verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Manfred Melchhammer akzeptierten, ist nicht rechtskräftig.
Das Opfer wurde durch die Tat traumatisiert. Deshalb erhöhte sich der Strafrahmen für den zur Tatzeit jugendlichen Täter auf bis zu siebeneinhalb Jahre Gefängnis. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht umgerechnet 23 Monaten Haft.

Weil die Tat schon lange zurückliege und der Angeklagte finanziell bereits volle Wiedergutmachung geleistet habe, müsse er nicht ins Gefängnis, sagte Richter Nußbaumer in seiner Urteilsbegründung. Das geforderte Teilschmerzengeld von 5300 Euro hat der Angeklagte der Geschädigten bereits bezahlt. Er haftet, so der Beschluss des Gerichts, für allfällige künftige Schäden aus dem Vorfall. Die 16-jährige wurde damals im WC liegend aufgefunden. Der 15-Jährige und ein Kollege trugen ihre Mitschülerin ins Schlafzimmer. Dort verging sich der Angeklagte an der Jugendlichen. Das dadurch erlittene Trauma wurde bei ihr erst Jahre später akut.

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