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„ÖBB wollen im Herbst eine Entscheidung“

02.07.2021 • 21:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
(c) FOTOGRAFIE Udo Mittelberger
(c) FOTOGRAFIE Udo Mittelberger

Keine der Parteien zeigt sich neuen Plänen für „Bregenz Mitte“ vollkommen abgeneigt.

Der Bregenzer Bahnhof steht im Zentrum der Überlegungen von „Bregenz Mitte“. Nach der Planungsvereinbarung stand der Neubau nach bekannten Plänen bereits fest. Noch unter der Führung des ehemaligen Bürgermeisters Markus Linhart einigten sich ÖBB, Stadt und Land auf einen Finanzierungsschlüssel für den insgesamt 80 Millionen Euro teuren Bau.
Nun soll es aber anders kommen, und die ursprünglichen Pläne sollen wieder verworfen werden. Obwohl Land und ÖBB auf Tempo drängen und eine Entscheidung fordern, einigte man sich darauf, die Finanzierungszusage vorerst bestehen zu lassen, selbst wenn das Bahnhofsdesign ein andere wäre.
Am 15. Juli wird in der Bregenzer Stadtvertretung entschieden, ob die alte Variante präferiert oder eine neue Planung ausgeschrieben wird. „Die Stadtvertreter können zwischen der Zukunft und der Vergangenheit wählen“, erklärte Michael Ritsch.

Zeit bis Herbst?

Die Grünen, die damals in Koalition mit der ÖVP die Bahnhofspläne verabschiedet hatten, zeigen sich durchaus offen für neue Ideen. „Oberste Priorität hat der rasche Neubau des Bahnhofs. Die ÖBB brauchen im Herbst eine klare Aussage, welche Variante es sein soll. Es braucht jetzt über den Sommer für den Vorschlag der Expertengruppe eine technische, rechtlich und finanzielle Analyse. Das wollen wir in der Stadtvertretung als Beschluss fassen“, erklärte Vizebürgermeisterin Sandra Schoch. Auch die ÖVP zeigt sich gesprächsbereit, möchte die endgültige Position allerdings noch am Montag im Klub besprechen. „Wir werden gemeinsam unsere Positionen zu den Projekten festlegen, bei denen bereits alle Fakten auf dem Tisch liegen, und auf jeden Fall darauf drängen, dass die Bürgerinnen und Bürger eingebunden werden“, betont Klubobmann Michael Rauth.
Die Unterstützung der Neos und der FPÖ hat Bürgermeister Michael Ritsch hingegen sicher. „Es ist schön zu sehen, dass in der Landeshauptstadt Bregenz seit vielen Jahren endlich wieder einmal visionär gedacht wird,“ erklärt Neos-Stadtvertreter Alexander Moosbrugger. Er fügt aber auch an, dass offene Fragen, wie die Finanzierung von „Bregenz Mitte“, möglichst rasch geklärt werden müssen. Philipp Kuner von der FPÖ begrüßt die Neu-Ausrichtung auch in Sachen Bahnhof und erklärt, dem Antrag des Team Ritsch zustimmen zu wollen. Dieser lautet: „Wir bekennen uns zu dem Masterplan und wollen das Baufeld 4 (Bahnhof) zügig gemeinsam vorantreiben und die notwendigen Schritte setzen.“