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Sechs Opfer: Haft für jungen Sexualstraftäter

02.07.2021 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Mann verging sich mehrfach an Mädchen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Mann verging sich mehrfach an Mädchen. Hartinger

Zwei Jahre Gefängnis für 22-Jährigen, der laut Urteil Mädchen missbraucht, genötigt oder belästigt hat.

Der Facharbeiter hat nach den gerichtlichen Feststellungen zwischen 2015 und 2019 vier seiner Freundinnen sexuell missbraucht, während sie schliefen.
Das trug ihm am Donnerstagabend beim Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen sexuellen Missbrauchs von Wehrlosen ein.
Zudem hat der Unterländer nach Ansicht der Richter bei seiner Silvesterparty 2018 die Freundin seiner Freundin in seinem Schlafzimmer zum Oralverkehr an ihr genötigt. Statt der angeklagten Vergewaltigung wertete der Schöffensenat diese Tat nur als geschlechtliche Nötigung. Des Weiteren hat der junge Mann laut Urteil ein Mädchen, das sich beim gemeinsamen Übernachten schlafend stellte, in ihrem bekleideten Intimbereich gestreichelt und damit sexuell belästigt.

Wegen der verschiedenen Sexualdelikte wurde der unbescholtene Angeklagte zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei mutmaßlichen Opfern hat er als Teilschmerzengeld jeweils 3000 Euro zu bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Meinrad Einsle meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung an. Staatsanwalt Johannes Hartmann nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Hohe Strafandrohung

Für den Angeklagten galt ein Strafrahmen von null bis zehn Jahren Gefängnis. Denn er war zu den Tatzeitpunkten zumeist ein junger Erwachsener unter 21 Jahren. Und er hat die vom Gericht angenommenen Taten gegen die Wehrlosen vor 2020 begangen. Seit 2020 beläuft sich die Strafdrohung für junge Erwachsene auf ein bis zehn Jahre Haft. Somit war nach dem Günstigkeitsgebot der niedrigere Strafrahmen anzuwenden.
Der Angeklagte bat darum, die Haftstrafe mit einer Fußfessel verbüßen zu dürfen. Richterin Sabrina Tagwercher machte ihn darauf aufmerksam, dass das bei Sexualdelikten nicht möglich sei. Allerdings werde geprüft werden, ob eine vorzeitige Haftentlassung unter bestimmten Auflagen möglich sei, sollte das Urteil rechtskräftig werden.

Zu den Voraussetzungen dafür zähle seine Bereitschaft, sich einer Sexualtherapie zu unterziehen, sagte die Vorsitzende des Schöffensenats. Weil er mit seinem übersteigerten Sexualtrieb ein riesiges Problem habe.
Verteidiger Einsle beantragte zu Beginn des Prozesses einen Freispruch von allen Anklagepunkten. Denn sein Mandant habe die sexuellen Handlungen stets im Einvernehmen mit den Mädchen vorgenommen. Der Angeklagte gab aber während der Gerichtsverhandlung zu, dass das nicht immer so gewesen sei.

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