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Freispruch: Ex-Obmann verzockte Vereinsgelder

06.07.2021 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der unbescholtene Angeklagte wurde am Montag am Landesgericht Feldkirch vom Vorwurf der Untreue wegen tätiger Reue freigesprochen. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Der unbescholtene Angeklagte wurde am Montag am Landesgericht Feldkirch vom Vorwurf der Untreue wegen tätiger Reue freigesprochen. Symbolbild/Hartinger

Obmann vereinbarte Begleichung des Schadens von 20.000 Euro vor Strafanzeige.

Zwischen Jänner und November 2020 hat der spielsüchtige Obmann des Kulturvereins aus dem Bezirk Bludenz vom Vereinskonto 186.000 Euro missbräuchlich für seine Glücksspiele in Online-Spielcasinos verwendet.

Angeklagter freigesprochen

Dennoch wurde der unbescholtene und von Daniel Wolff verteidigte Angeklagte am Montag am Landesgericht Feldkirch vom Vorwurf der Untreue wegen tätiger Reue freigesprochen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Christoph Stadler ist nicht rechtskräftig, weil Staatsanwältin Daniela Forster drei Tage Bedenkzeit in Anspruch nahm.

In den Genuss von strafbefreiend wirkender tätiger Reue kam der 37-Jährige, weil er sich nach Ansicht der Richter Ende November 2020 dem Kulturverein gegenüber zur Rückzahlung des Schadens verpflichtet hat, bevor die Strafverfolgungsbehörden von seinen Malversationen erfahren haben. Bis 23. Dezember 2020 hat der Vereinsobmann den noch offenen Schaden von rund 21.000 Euro bereits gutgemacht. Dafür hat der 37-Jährige von Familienmitgliedern und einem Freund Darlehen erhalten, die er in Raten zurückzahlt.

Rückzahlung bis Jahresende

Am 29. November 2020 ist der Obmann von seinem Stellvertreter auf die fehlenden Vereinsgelder angesprochen worden. Der Vereinsobmann war sofort geständig. Er sagte damals, er habe den Großteil der zweckentfremdeten Vereinsgelder in der Höhe von 186.000 Euro mit Glücksspielgewinnen auf dem Vereinskonto schon wieder abgedeckt. Das noch verbleibende Minus schätzte der Oberländer auf maximal rund 25.000 Euro.

Allerdings werde die Bank noch Rückbuchungen vornehmen, sodass sich der Schaden wohl noch verringern werde. Am 30. November 2020 verpflichtete er sich zur Rückzahlung spätestens bis zum Jahresende. Als Vereinsobmann trat er damals zurück.

Tätige Reue

„Was hätte er sonst noch machen sollen?“, fragte Richter Stadler in seiner Urteilsbegründung. Der Beschuldigte sei intern erwischt worden und habe den Schaden rechtzeitig gutgemacht, sodass ihm tätige Reue zuteil werde. Dafür sei es nach der Rechtsprechung nicht notwendig, dass der genaue Schaden bereits feststellbar gewesen sei.

Der Beschuldigte habe die Rückzahlung eines Betrags vereinbart, der über den Schaden hinausgegangen sei. Auch das sei eine Voraussetzung für tätige Reue gewesen. Der Angeklagte sagte, er habe zu spät erkannt, was er mit seiner Spielsucht angerichtet habe. Seit Dezember nehme er professionelle Hilfe in Anspruch.

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