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Haft: Geschossen und zwei Frauen geschlagen

06.07.2021 • 22:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dem Vorbestraften war am 7. April wegen Körperverletzung an drei Rettungssanitätern eine Geldstrafe und einer bedingten Haftstrafe auferlegt. Zwölf Tage später habe der 22-Jährige aber schon wieder zugeschlagen.<span class="copyright"> Symbolbild/Hartinger</span>
Dem Vorbestraften war am 7. April wegen Körperverletzung an drei Rettungssanitätern eine Geldstrafe und einer bedingten Haftstrafe auferlegt. Zwölf Tage später habe der 22-Jährige aber schon wieder zugeschlagen. Symbolbild/Hartinger

Zwölf Tage nach Verurteilung verletzte aggressiver Vorbestrafter zwei junge Frauen.

Er fühle sich von ihm ein wenig verschaukelt, sagte Richter Richard Gschwenter zum Angeklagten. Er habe dem Vorbestraften am 7. April am Landesgericht mit einer Geldstrafe und einer bedingten Haftstrafe wegen Körperverletzung an drei jungen Rettungssanitätern eine Chance gegeben. Zwölf Tage später habe der 22-Jährige aber schon wieder zugeschlagen.

Schläge und Schüsse

Am 19. April schlug der Arbeiter in Feldkirch als Reaktion auf eine Hassnachricht eine 21-Jährige und deren 24-jährige Schwester. Dabei verletzte er die jungen Frauen leicht. Eine von ihnen hat er verbal auch bedroht. Außerdem beschädigte er beim Verlassen der fremden Wohnung die Tür. Nach dem nächsten Vorfall wurde der junge Mann aus dem Bezirk Bludenz sofort verhaftet und in Untersuchungshaft genommen.

Denn am 5. Juni schlichtete er in einem Park in Feldkirch einen Streit zwischen einem mit ihm bekannten Liebespaar mit Waffengewalt. Der 22-Jährige richtete einen Schreckschussrevolver auf einen 24-Jährigen und schoss ihm und dessen 21-jähriger Freundin zwei Mal knapp über die Köpfe hinweg. Anschließend packte der Angeklagte den 24-Jährigen am Arm, der dadurch eine Schulterluxation erlitt.

12 Monate in Haft

Wegen schwerer Nötigung, gefährlicher Drohung, Körperverletzung in drei Fällen, Sachbeschädigung und verbotenen Waffenbesitzes wurde der mit sechs einschlägigen Vorstrafen belastete und geständige Angeklagte nach seinem raschen Rückfall am Dienstag am Landesgericht Feldkirch zu 24 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßenden Teil acht Monate Haft. Hinzu kommen vier offene Haftmonate aus der Verurteilung vom April. Damit beträgt die abzusitzende Gesamtstrafe zwölf Monate Gefängnis. 16 Monate wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen.

Gefängnis „ist die Hölle“

Das Urteil, das der von Andreas Germann verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch akzeptierten, ist bereits rechtskräftig. Weil die schwere Nötigung des streitenden Liebespaars unter Verwendung einer Waffe begangen wurde, erhöhte sich der Strafrahmen auf ein bis fünf Jahre Gefängnis.
Als Teilschmerzengeld muss der Arbeiter dem verletzten 24-Jährigen 500 Euro bezahlen. Er hat Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen und sich einem Antigewalttraining zu unterziehen. Der 22-Jährige hat nun eine Chance auf Hausarrest mit Fußfessel. Im Gefängnis „zu sitzen, ist die Hölle“, sagte der Untersuchungshäftling.

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