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Positives Zeugnis trotz der Pandemie

09.07.2021 • 20:53 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Kinder der VS Forach haben nun Ferien. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Kinder der VS Forach haben nun Ferien. Hartinger

Wilfried Ederer, Direktor in Haselstauden, streicht positive Aspekte des Schuljahres heraus.

Mit dem gestrigen Freitag verabschiedeten sich die Schüler in die Sommerferien. Ein Schuljahr, das von den Auswirkungen der Pandemie geprägt war, fand somit ein Ende. Während in vielen Schulen der Rückblick mit gemischten Gefühlen erfolgt, spricht Wilfried Ederer positiv über das vergangene Jahr.
Für den Schulleiter der Mittelschule Haselstauden hat das Pandemiejahr unter anderem Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen gefördert, die sonst wohl verborgen geblieben wären. „Durch das Distance Learning sind die Schüler viel selbstständiger geworden. Eventuell haben sie minimal an Wissen verloren, dafür enorm an Persönlichkeit dazugewonnen“, erklärt der 63-Jährige.
Die Selbstorganisation habe den Kindern und Jugendlichen gutgetan und diese Selbstständigkeit sei geblieben. „Für die Wirtschaftsunternehmen ein absoluter Gewinn, denn sie bekommen Lehrlinge, die viel selbstständiger sind als jene in den Jahren zuvor“, sieht Ederer den positiven Effekt des Dis­tance Learnings.

Die Schüler der MS Haselstauden bekamen ihr Zeugnis. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Schüler der MS Haselstauden bekamen ihr Zeugnis. Hartinger

Hybrider Unterricht

Der Direktor strebt auch für das kommende Schuljahr eine hybride Unterrichtsform an und könnte sich durchaus vorstellen, die Learnings aus den Monaten der Pandemie mitzunehmen und umzusetzen. „Bei den Hausaufgaben wird das so kommen. Wir arbeiten mit Microsoft Teams und die Schüler wissen schon am Montag, welche Aufgaben sie bis Freitag zu erfüllen haben. Das können sie dann in der Nachmittagsbetreuung oder zu Hause in Eigenregie machen und organisieren“, erläutert der Schulleiter. Auch am Vormittag soll der Unterricht ein anderes Gesicht bekommen. Eine Gruppe arbeitet intensiv mit der Lehrperson zusammen, die andere Gruppe ist räumlich getrennt und soll sich Aufgaben selbst erarbeiten. Die räumlichen Kapazitäten sind in der MS Haselstauden vorhanden, aber im Herbst soll die Umsetzung kommen.

Wilfried Ederer. <span class="copyright">Privat</span>
Wilfried Ederer. Privat

Für Ederer ist alles eine Frage der Organisation und besonders da sieht er seine Schule im Vorteil. „Ich organisiere sehr viel selbst und habe noch zwei Lehrkräfte, die mich unterstützen und innerhalb eines Tages einen Stundenplan vollkommen umbauen können. Immer angepasst an die Bedürfnisse aller Beteiligten. Das macht uns flexibel und wir können schnell auf Gegebenheiten reagieren.“
Um einen reibungslosen Ablauf in Pandemiezeiten zu garantieren, war für Ederer auch die Kommunikation ein wichtiges Instrument. Informationen frühzeitig und breit an Eltern, Lehrer und auch Schüler auszugeben, habe für Planungssicherheit gesorgt und viele Unsicherheiten verschwinden lassen. Somit gab es keine Aufgeregtheiten und jeder habe ruhig im System arbeiten können. Unaufgeregt gab sich der Schulleiter auch ob der Tatsache, dass im vergangenen Jahr rund 60 Schüler mehr in seinem Schulgebäude aus- und eingingen. Wegen der Explosion in der Ausweichschule Fischbach in Dornbirn Forach im Oktober 2020 nahm die MS Haselstauden rund 60 Kinder zusätzlich auf. „Bis auf die Belegung der Räume hatte ich damit nichts zu tun. Aber es war schön die kleinen Kinder bei uns zu haben. Die haben für frischen Wind gesorgt“, erzählt der erfahrene Pädagoge, der seit zehn Jahren Direktor in Haselstauden ist.

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Hartinger

Sommerschule

Trotz der nun anstehenden Ferien wird es aber auch über die nächsten Wochen nicht ruhig in der Mittelschule. Bereits früh hat der Direktor den Standort für die Sommerschule angemeldet. Ganz im Sinne seiner Schüler. „Alle meine Schüler, die durch Covid etwas ins Straucheln geraten sind oder einen Fünfer im Zeugnis haben, sind quasi fast gezwungen, die Sommerschule zu besuchen. Dort werden sie von unseren Lehrern, die ihre Bedürfnisse genau kennen, betreut und auf die Wiederholungsprüfungen vorbereitet. Diese werden sie dann bestehen und haben für das neue Schuljahr wieder alle Chancen“, blickt der 63-Jährige nicht nur positiv auf das vergangene Jahr, sondern auch in die Zukunft.