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Sonnenschein im Osten, Gewitter im Westen

13.07.2021 • 20:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Grund für die derzeit so kühlen Temperaturen und den Regen ist ein Höhentief, das über der Schweiz und Vorarl­berg verharrt. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Grund für die derzeit so kühlen Temperaturen und den Regen ist ein Höhentief, das über der Schweiz und Vorarl­berg verharrt. Klaus Hartinger

Ein Höhentief drückt die Temperaturen im Ländle auch weiterhin.

Eine wettertechnische Kluft spaltet derzeit Österreich. Während Vorarlberg in jüngster Zeit immer wieder von Gewittern und kühlen Temperaturen heimgesucht wird, hat der Osten des Landes mit einer Hitzewelle mit Spitzenwerten von bis zu 37 Grad zu kämpfen.

Unterschiede Ost–West

Diese Wetterphänomene seien für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich, bemerkenswert sei jedoch der Temperaturgegensatz zwischen Ost und West gewesen, sagte Alexander Orlik, Klimaexperte der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). „Ostösterreich liegt nach wie vor im Einflussgebiet eines blockierenden Hochs, das über Nordosteuropa liegt. Der Westen ist deshalb kühl und nass, der Osten heiß und trocken“, erklärte Orlik die wettertechnische Spaltung des Landes. Allgemein sei in Österreich im Jahresvergleich keine Abnahme beim Niederschlag zu verzeichnen, meinte der ZAMG-Klimaexperte.

„Ostösterreich liegt nach wie vor im Einflussgebiet eines blockierenden Hochs, das über Nordosteuropa liegt. Der Westen ist deshalb kühl und nass, der Osten heiß und trocken“, erklärte Wetterexperte Orlik. <span class="copyright">Symbolbild/Philipp Steurer</span>
„Ostösterreich liegt nach wie vor im Einflussgebiet eines blockierenden Hochs, das über Nordosteuropa liegt. Der Westen ist deshalb kühl und nass, der Osten heiß und trocken“, erklärte Wetterexperte Orlik. Symbolbild/Philipp Steurer

„Das Problem ist aber, dass die Temperaturen steigen und so die Verdunstung wesentlich größer geworden ist. Die Trockenheit am Boden ist dann natürlich größer.“ So hat Vorarlberg immerhin mit der derzeit vorherrschenden hohen Niederschlagsrate und den kühlen Temperaturen unter der 20-Grad-Marke einen klaren Vorteil entgegen den östlichen Regionen Österreichs, wie Orlik abschließend erklärt: „In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland ist die Waldbrandgefahr derzeit akut, für Vorarlberg brachte der Niederschlag aber definitiv eine Linderung.“

Höhentief verharrt über Ländle

Eine Linderung, die das Ländle auch diese Woche noch weiter begleiten wird, wie Konstantin Brandes vom Wetterdienst Ubimet feststellt: „Ein Höhentief zieht derzeit über Vorarlberg und bringt feuchte, kühle Luft mit sich. In höheren Gebieten fallen die Temperaturen dadurch in den kühlen 15-Grad-Bereich, aber auch im Rheintal dürften sie die 20-Grad-Marke nicht überschreiten: „Damit also ein eher herbstliches als sommerliches Feeling.“

Während der Osten des Landes von einer Hitzewelle geplagt wird, hat Vorarlberg auch weiterhin mit kühlen Temperaturen und Regen zu kämpfen. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Während der Osten des Landes von einer Hitzewelle geplagt wird, hat Vorarlberg auch weiterhin mit kühlen Temperaturen und Regen zu kämpfen. Klaus Hartinger

Auch mit Regen sei dem Wetterexperte zufolge weiterhin zu rechnen. Dass ein solches Höhentief für längere Zeit an der gleichen Stelle verharrt – derzeit über der Schweiz und Vorarlberg – sei Brandes zufolge zwar etwas ungewöhnlich, jedoch ein Phänomen, das im Sommer immer wieder beobachtet werden kann. „Ein Vergleich mit der derzeitigen Hitzewelle im Osten des Landes veranschaulicht dabei in aller Deutlichkeit, dass bereits wenige Kilometer in Sachen Wetter einen großen Unterschied machen können.“

Sonne kehrt zurück

Mit Blick auf die kommende Woche zeichnet der Experte ein sonnigeres Bild. „Am kommenden Wochenende verlagert sich das Höhentief in Richtung Balkan. Darauf folgt ein relativ kräftiges Hochdruckgebiet, welches sich über der Nordsee und den britischen Inseln etabliert. Damit kehren dann auch in Vorarlberg wieder trockenes Wetter und sommerliche Temperaturen zurück.“ Sorgen vor einer solch gravierenden Hitzewelle wie im Osten Österreichs seien jedoch unbegründet, wie Brandes weiter erklärt: „Die Temperaturen nehmen gemächlich zu, es kommt zu angenehmen Werten zwischen 25 und 27 Grad.“

Ein Hochdruckgebiet sorgt nächste Woche wieder für sommerlich warme Temperaturen im Ländle. Die sommerlichen Temperaturen laden endlich wieder zum Baden ein. <span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Ein Hochdruckgebiet sorgt nächste Woche wieder für sommerlich warme Temperaturen im Ländle. Die sommerlichen Temperaturen laden endlich wieder zum Baden ein. Philipp Steurer

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