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Nach Entschuldung wieder auf Kurs

19.07.2021 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein wesentlicher Bestandteil der Refinanzierung war insbesondere auch der Verkauf des gesamten Firmenstammsitzes in Götzis. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Ein wesentlicher Bestandteil der Refinanzierung war insbesondere auch der Verkauf des gesamten Firmenstammsitzes in Götzis. Klaus Hartinger

Refinanzierung der Firma Feinjersey hat sich bewährt.

Die Textilfirmengruppe Feinjersey Group mit den beiden operativ tätigen Unternehmen Feinjersey Fabrics und Feinjersey Colours hat im Vorjahr ihr umfangreiches Refinanzierungskonzept abgeschlossen und damit eine maßgebliche Entschuldung der gesamten Firmengruppe erreicht. Wesentlicher Bestandteil dieser Refinanzierung war insbesondere der Verkauf des gesamten Firmenstammsitzes in Götzis (Sennemahd 12).

Firmenhauptsitz verkauft

So wurde der Hauptsitz an die FJAJ GmbH mit Sitz in Eichenberg verkauft. Hinter dieser Immobiliengesellschaft stehen der langjährige Rupp AG-Vorstandsvorsitzende Josef Rupp und seine Frau Antonella Rupp als Privatpersonen. Wie Feinjersey-Geschäftsführer und CFO Martin Beck imGespräch erklärte, wurde der verkaufte Hauptsitz in weiterer Folge langfristig wieder zurückgemietet. Im Zuge des Refinanzierungskonzeptes wurde auch eine betrieblich von Feinjersey nicht genutzte Gewerbeimmobilie in Koblach an der Bundesstraße von der Immobilienfirma des Unternehmers Georg Meusburger erstanden. Zudem wurden zwei Wohnanlagen von Feinjersey in Götzis und Altach verkauft.

Feinjersey-Geschäftsführer und CFO Martin Beck. <span class="copyright">Feinjersey</span>
Feinjersey-Geschäftsführer und CFO Martin Beck. Feinjersey

Vor der Entschuldung hatte die Feinjersey Group Schulden in Höhe von rund 30 Millionen Euro und hielt Geschäftsverbindungen zu sieben Banken. Martin Beck sagte, dass sich dieses Refinanzierungskonzept bislang bewährt habe. So sei es nicht nur gelungen, die Schuldenlast deutlich zu drücken. Denn jetzt seien auch wieder mehr finanzielle Mittel für das operative Geschäft und die Marktbearbeitung verfügbar. Gleichzeitig habe Feinjersey die Anzahl der Geschäftsbanken auf eine Kernbank reduziert.

Deutlich über den Erwartungen.

Im Geschäftsjahr 2020 kam die Feinjersey Group nach Angaben von Beck auf einen nicht konsolidierten Gruppenumsatz von rund 35 Millionen Euro. Gerade von den Marktrückgängen in den ersten Monaten der Pandemiebekämpfung im Frühjahr 2020 sei man stark betroffen gewesen. Allerdings habe die Geschäftsentwicklung im vierten Quartal 2020 schon wieder angezogen und dieser Trend setze sich bis heute fort. So sei man bei Feinjersey Colours und Feinjersey Fabrics im ersten Halbjahr 2021 deutlich über den Umsatzerwartungen gelegen.

Sehr erfreulich sei die Entwicklung im Strickerei-Bereich für Modetextilien. Hier liege man klar über den Erwartungen. Etwas verhaltener sei die Nachfrage aus der Automotive-Branche, was zum Bereich technische Textilien zählt. Eher vage sei unterdessen auch die Situation im Geschäftsbereich Ausrüstung und Lohnveredelung, gerade das zweite Halbjahr betreffend.

Die Feinjersey Group beschäftigt insgesamt rund 220 Mitarbeiter. Betriebsstandorte gibt es in Götzis und Rankweil.

Bestenfalls schwarze Zahlen

Nichtsdestotrotz zeigt man sich bei der Feinjersey Group optimistisch für das Gesamtjahr 2021. So erwartet der Feinjersey-Geschäftsführer einen nicht konsolidierten Gruppenumsatz von rund 40 Millionen Euro und damit ein Plus von etwa 15 Prozent.

Mit heutigem Stand sei es auch durchaus vorstellbar, dass die Firmengruppe operativ in die schwarzen Zahlen komme. „Wir haben eine positive Umsatz- und Ertragsprognose.“ Allerdings müsse man darauf hinweisen, dass das Geschäft mittlerweile von einer „extremen Kurzfristigkeit“ geprägt sei. So stünde dem Unternehmen derzeit ein Planungshorizont von lediglich drei Monaten zur Verfügung.

(Günther Bitschnau/wpa)