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Hohe Geldbuße nach Morddrohung

20.07.2021 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Landesgericht Feldkirch: Diversion fiel streng aus. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Landesgericht Feldkirch: Diversion fiel streng aus. Klaus Hartinger

Weil 28-Jähriger gut verdient, fiel Diversion streng aus – 3200 Euro.

Mehrere Morddrohungen ließ der Angeklagte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Feldkirch zwischen März und April per Telefon und Whatsapp seiner Ex-Lebensgefährtin zukommen. Angeklagt wegen gefährlicher Drohung, wurde dem Verantwortung für sein Fehlverhalten übernehmenden Unbescholtenen bei der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch eine Diversion gewährt. Wenn der 28-Jährige dem Gericht als Geldbuße 3200 Euro bezahlt, wird das Strafverfahren gegen ihn eingestellt werden. Dann würde ihm eine Vorstrafe erspart bleiben. Der Angeklagte und Staatsanwältin Konstanze Manhart waren mit der diversionellen Erledigung einverstanden.

Grund für hohe Geldbuße

Die Geldbuße fiel vor allem deshalb ungewöhnlich hoch aus, weil der geschiedene Vater eines Kindes netto 2300 Euro verdient. Zudem könnte bei der Bemessung der Sanktion der Umstand eine Rolle gespielt haben, dass der neue Strafrichter des Landesgerichts Feldkirch bis vor Kurzem als Richter in Niederösterreich tätig gewesen ist. Gerichte im Osten Österreichs stehen im Ruf, strenger zu bestrafen als jene im Westen der Republik.
Der türkischstämmige Angeklagte sagte vor Gericht, seine Ex-Lebensgefährtin habe ihn nach ihrer Trennung zu den Drohungen provoziert. Denn sie habe bei seiner Ex-Frau angerufen. Das habe ihn wütend gemacht. Zumal er zu seiner geschiedenen Frau zurück wolle, um die Familie zu retten. Wegen der Provokationen beantragte Verteidiger Hamza Ovacin einen Freispruch.

„Innerlich gestorben“

Der Richter merkte an, dass der Beschuldigte im Verdacht gestanden sei, früher auch schon seine Ex-Frau mit derartigen Nachrichten bedroht zu haben. Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren aber letztlich eingestellt. „Warum glauben Sie, dass Sie das nun nicht mehr tun?“, fragte der Richter. Der Angeklagte antwortete so: Als er von der Polizei vor seinen Eltern vorübergehend festgenommen worden sei, sei er innerlich gestorben.