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Liebe auf die erste Nachricht

23.07.2021 • 19:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zum alljährlichen Tag der virtuellen Liebe erinnert sich Christian Gußger (49) an den Beginn seiner Liebesgeschichte mit seiner heutigen Ehefrau Andrea (48) zurück. <span class="copyright">Handout/Privat</span>
Zum alljährlichen Tag der virtuellen Liebe erinnert sich Christian Gußger (49) an den Beginn seiner Liebesgeschichte mit seiner heutigen Ehefrau Andrea (48) zurück. Handout/Privat

Tag der virtuellen Liebe: Christian Gußger lernte Ehefrau Andrea online kennen.

Christian Gußger war bereits seit einiger Zeit getrennt von seiner ersten Ehefrau, als der damals 38-Jährige beschloss, sein Leben wieder mit einer besonderen Person teilen zu wollen. „Die Frage war nur, wie. Immerhin war ich nach zwölf Jahren Ehe auch ein wenig aus der Übung, wenn es darum geht, jemanden einfach so in einer Bar anzusprechen. Die Hemmschwelle, jemanden anzuschreiben, ist wesentlich geringer, als sich persönlich einen Korb abzuholen“, erinnert sich der heute 49-Jährige zurück. So kam es, dass er sich bei verschiedenen Foren und Kennenlern-Plattformen registrierte.

Digitales Kennenlernen

„Ich finde ja, dass solche Apps einen guten Einstieg für Gespräche liefern. Meine Motivation war es nicht zwingend, jemanden persönlich kennenzulernen, sondern, mich mit einer netten Person unterhalten zu können. Sollte in diesem Punkt alles passen, kommt der Rest von ganz alleine“, erklärt der Vater einer erwachsenen Tochter. So schritt er zur Tat – und tatsächlich, neben netten Gesprächen fand der heute 49-Jährige außerdem Freundschaften, die bis heute halten, und auch eine dreijährige Fernbeziehung, die dann aber doch an der Entfernung scheiterte. Doch halb so schlimm, denn eines Tages sollte er auf diesem Weg seine spätere Ehefrau kennenlernen.

Virtuelle Liebesgeschichte

„Alles begann mit der kleinen Nachricht ‚Ich wünsche dir einen schönen Abend‘, auf die Andrea sehr freundlich antwortete.“ Aus einer unverfänglichen Bemerkung wurde ein zwei Tage andauerndes Gespräch. Und dann war es dem Fußacher klar: Er wollte seine Schreibpartnerin kennenlernen. So kam es zu einer ersten gemeinsamen Verabredung im Wildpark Feldkirch. Aus einem Date sollten viele werden, aus einer Internetbekanntschaft eine ernste Beziehung. „Nach ein paar weiteren Treffen und einem Kurzurlaub war es dann für uns klar, dass wir uns gefunden hatten. Zwei Menschen, die sich so gar nicht gesucht hatten“, erinnert sich der 49-Jährige. Nur eineinhalb Jahre später baute sich das frischgebackene Liebespaar ein gemeinsames Zuhause, bevor die beiden sich anschließend im Sommer 2018 vor den Altar trauten und den Bund fürs Leben schlossen. „Und wir sind bis heute überglücklich darüber.“

Der Segen des Online-Datings

Dabei wäre es ohne das Online-Dating wohl niemals so weit gekommen, ist sich der Fuß­acher sicher: „Im realen Leben hätten wir nie zueinander gefunden. Denn optisch entsprachen wir gar nicht dem Idealbild des jeweils anderen. Ich war nicht groß, blond und rasiert und sie nicht dunkel- oder rothaarig und sprach Hochdeutsch“, erzählt er schmunzelnd.
Als umso größeren Segen erkennt er das virtuelle Kennenlernen: „Optik, Gestik und Mimik, all die Dinge, die der Mensch unterbewusst wahrnimmt und die bei der Entscheidung, ob das Gegenüber sympathisch ist oder nicht, mitspielen, fallen einfach weg. Was bleibt, ist die reine Kommunikation. Und wenn diese ehrlich und authentisch ist, hat man die Möglichkeit, seinen Gesprächspartner unabhängig von Äußerlichkeiten kennen und – wie in unserem Fall – auch lieben zu lernen.“